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Jubiläum ist gleichzeitig Abschied

Jubiläum ist gleichzeitig Abschied Jubiläum ist gleichzeitig Abschied
Das 25. Iron Bike Race vom September 2021 wird leider auch das letzte sein Herzblut allein genügt nicht. Es müssen zahlreiche andere Faktoren

Das 25. Iron Bike Race vom September 2021 wird leider auch das letzte sein

Herzblut allein genügt nicht. Es müssen zahlreiche andere Faktoren stimmen, um einen erfolgreichen Anlass zu garantieren, wie sich das eindrücklich am beliebten Iron Bike Race Einsiedeln zeigt, das in einem Jahr ziemlich sicher letztmals stattfinden wird.

MARLIES MATHIS

Die Vernunft vieler langjähriger Mitglieder des Vereins Iron Bike Race Einsiedeln sagt ganz klar ja, das Herz hingegen nein zum weitreichenden Vorschlag des Vorstandes. Dieser hat sich intensiv Gedanken zur Zukunft dieser grössten, alljährlich wiederkehrenden Bikesport-Veranstaltung in der Zentralschweiz, welche im kommenden Jahr ihr 25-Jahr-Jubiläum feiern darf, gemacht. Angesichts verschiedener Tatsachen, welche negativ zu Buche schlagen, kamen die Vereinsverantwortlichen einstimmig zum Schluss, ihren Mitgliedern vorzuschlagen, im September 2021 das letzte Iron Bike Race in dieser Form durchzuführen.

So hat sich einerseits für den engagierten Präsidenten Thomas Uhr, der schon seit einiger Zeit angekündigt hat, 2021 sein Amt wirklich definitiv abzugeben, trotz langer Suche kein Nachfolger gefunden. Andererseits kann in dieser momentan wirtschaftlich schwierigen Zeit kein Ersatz für den ehemaligen grosszügigen Presenting-Sponsor EKZ vorgestellt werden. Ausserdem haben gleich einige langjährige OK-Mitglieder, welche teilweise seit der Premiere 1997 dabei sind, bereits vergangenes Jahr mitgeteilt, dass sie nach dem 25. Rennen demissionieren werden. Ebenso ungewiss ist die Zukunft der Bike-Marathons, respektive die Entwicklung der Teilnehmerzahlen an der nationalen Rennserie, zeigt doch auch da die Kurve in den vergangenen zwei, drei Jahren nach unten. Mitverantwortlich dafür ist gewiss ein Stück weit der E-Bike-Aufschwung, der zwar für den Tourismus und die Bikeszene eine willkommene Tendenz ist, sich aber für die Rennveranstalter alles andere als positiv auswirkt, sind doch diese Umsteiger kaum mehr für eine Teilnahme an einem eigentlichen Bikerennen zu bewegen.

Identifikation pur

Die Rückmeldungen der um eine Stellungnahme zum vorgeschlagenen Ende des Iron Bike Race gebetenen Vereinsmitglieder sind denn auch in vielen Aussagen vom Gedanken und den Emotionen her identisch. Für fast alle macht es unter den gegebenen Umständen keinen Sinn, das Rennen in dieser Form aufrechtzuerhalten. Diese Einigkeit, respektive angesichts der momentanen Entwicklung sozusagen kritiklosen Rückmeldungen, haben selbst den Präsidenten überrascht, aber ihn im Gegenzug bestärkt, dass der Vorstand mit seinem Vorschlag auf dem richtigen Weg ist. Definitiv wird schliesslich an der Generalversammlung im April des kommenden Jahres entschieden.

Berührt haben aber den Präsidenten und die Schreiberin die Zeilen nebst den rationalen Aussagen, waren diese doch von vielen persönlichen Gedanken, Worten und Empfindungen, aber auch dem Ausdruck des grossen Danks begleitet. Der Satz von Martina Fuchs, der Verantwortlichen fürs Sekretariat, fasst dieses Gefühl wohl am besten zusammen: «Wir sind am Rennwochenende jeweils wie eine grosse Familie.» Oder wie es der seit Beginn treue Bauchef und gleichzeitig Goldenfahrer, sprich 25-facher Absolvent des Rennens, Elmar Fuchs, ausdrückt: «Zu Beginn waren einmal fünf Jahre geplant, daraus wurden 25, und egal was entschieden wird, es waren super Jahre in einem perfekten OK!» Hoffentlich ein würdiger Abschluss Die Stärke dieses Vereins ist denn gewiss seine Kontinuität, haben ihn doch mit Walter Schönbächler, 4 Jahre, Jeronimo Barahona, 13 Jahre, und Thomas Uhr, bald 8 Jahre, gerade mal drei Präsidenten geführt, was ebenso von einem eråfreulichen Zusammenhalt zeugt. Das Iron Bike Race hat jedoch auch von seinen einmaligen Erinnerungspreisen für die Fahrer und Fahrerinnen, die geradezu Kult und weitherum ein eigentliches Erkennungsmerkmal sind, gelebt. Der in Zukunft fehlende Grossanlass wird aber auch aus sportlicher und wirtschaftlicher Sicht einen beträchtlichen Verlust für Einsiedeln und die Region rund um den Sihlsee bedeuten.

Nichtsdestotrotz haben aber alle Vereinsmitglieder, die Stellung zum Vorschlag des Vorstands genommen haben und es sehr schade finden, dass dieses gemeinsam prägende Erlebnis nicht mehr stattfinden wird, ein positives und bewegendes Statement abgegeben. Alle wollen am Jubiläumsrennen nochmals als eine mit Herzblut agierende Truppe auftreten, die sich voll und ganz mit dieser Veranstaltung identifiziert, und tatkräftig mithelfen, dem Anlass einen würdigen, erfolgreichen und damit unvergesslichen Abschluss zu verleihen. Oder wie es Albert Schnüriger, Abschnittschef der Strecke Nummer 9, auf den Punkt bringt: «Für die Ausführung im nächsten Jahr werde ich trotz Rücktritt im 2020 für das Iron Bike Race im Jahr 2021 selbstverständlich meinen Job nochmals ausüben!»

Unzählige Mountainbiker am Start vor dem Kloster Einsiedeln – solche Bilder wird es voraussichtlich nur noch einmal geben. Der engagierte Präsident des Vereins OK Iron Bike Race Einsiedeln, Thomas Uhr (oben rechts), freut sich trotz Wehmut wegen der wohl letzten Austragung des Rennens auf einen würdigen Jubiläumsanlass im kommenden September. Foto: Marlies Mathis / Archiv EA

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