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Leserbrief zum Artikel «Aberglaube rührt daher, weil der Mensch gläubig ist», im Einsiedler Anzeiger vom 13. November 2020 Das nette

LESERBRIEFE

Leserbrief zum Artikel «Aberglaube rührt daher, weil der Mensch gläubig ist», im Einsiedler Anzeiger vom 13. November 2020

Das nette Porträt von Daniel Eberle zeichnet das Bild eines vernünftigen Coaches, der die positive Haltung zum Leben unterstreicht. Aufgrund unserer Beratungstätigkeit finde ich es wichtig und notwendig, dieses Bild mit einer anderen Seite zu ergänzen. Als Medium könne Eberle, wie er in einem seiner Bücher schreibt, das grosse Wissen im Jenseits «anzapfen» und den Lebensweg seiner Klienten und Klientinnen erkennen. Die Informationen erhalte er «direkt von oben von der geistigen Welt».

Sogenannte niedrige Geistwesen versuchen jedoch, den Informationsfluss zu verfälschen. Daher seien Ärzte, Berater und Beraterinnen und das Internet «schwarz gesteuert». Der Mensch werde dann seelisch krank, wenn er tut, was ihm als gut eingeredet werde. Psychische Probleme seien ein untrügliches Zeichen dafür, dass der Mensch gesteuert werde. Daher seine Empfehlung: keine Medikamente mehr, keine Behandlung oder Beratung von professionellen Psychologinnen und Psychologen, der «kalte Entzug zur wahren Freiheit».

Ehemalige Kursteilnehmende und Familienangehörige berichten uns von grosser Abhängigkeit, seelischen Krisen und Kontaktabbrüchen. Diese oft schwerwiegenden Probleme sehen wir klar in Verbindung mit der Tätigkeit von Daniel Eberle.

Susanne Schaaf Fachstelle infoSekta, Zürich

Anmerkung der Redaktion: Aufgrund von Gesprächen und Recherchen vor Ort sieht sich der Einsiedler Anzeiger veranlasst, obigen Leserbrief zu publizieren.

Mit Bedauern musste der Einsiedler Weihnachtsmarkt und auch andere Anlässe coronabedingt abgesagt werden. Aber trotzdem wurde ein symbolisches Zeichen gesetzt. Selbst das OK vom Weihnachtsmarkt war überrascht, als man den grossen Weihnachtsbaum auf den Platz im Klosterplatz gestellt hat. Es ist nicht gerade einfach und selbstverständlich, jährlich solch einen Baum in dieser Grösse zu entdecken. Doch wer sucht, der findet, in der Region Oberiberg hatte dieser Baum seine Wurzeln.

Um diese Riesentanne nach Einsiedeln zu transportieren, brauchte es einen Kranwagen und einen Sattelschlepper. Leider musste man aber feststellen, dass diese Lieferung nicht von einem ortsansässigen Transportunternehmen ausgeführt wurde, sondern einem aus dem Talkessel Schwyz. Mit seinen beiden LKWs musste der Unternehmer zuerst einen weiten Umweg von Schwyz nach Oberiberg machen, «sozusagen mit der Kirche um das Dorf», bis er den Baum transportieren konnte. Da bin ich ganz sicher, dass die Äste viel grüner sind, als der ökologische Gedanke, der diesen Auftrag erteilt hatte. Zudem ist es bedenklich und auch bedauerlich, dass solch ein Auftrag nicht dem einheimischen Gewerbe erteilt wurde. Wo ist da «En starche Gäischt»?

Daniel Kälin, SVP Kantonsrat (Einsiedeln) NEKROLOG

Unser Groussdädi, dä «Scharätä Seffl», hatte immer etwas zu tun. Seine Leidenschaft blieb bis zum Schluss der Gemüsegarten.

Er wurde am 16. September 1936 als viertes von sechs Kindern von Josef und Josefina Kälin- Schuler in der Scharten in Bennau geboren. Zwei seiner drei älteren Geschwister lernte er nie kennen, da sie schon vor seiner Geburt verstarben. Er hatte eine bescheidene, jedoch schöne Kindheit.

Nach der siebten Klasse fand er eine Stelle auf dem Tiefbau beim Baugeschäft Eberle in Kilchberg. 1954 wechselte er als Strassenwärter zum Kanton Schwyz, wo er dann ab 1958 eine Festanstellung bekam. Seinem Arbeitgeber blieb er 40 Jahre bis zu seiner Pensionierung treu. In dieser Zeit änderte sich sowohl seine Arbeit als auch der gesamte Strassenverkehr enorm. Mit 19 Jahren hatte er einen schweren Töffunfall und musste deshalb seine RS um ein Jahr verschieben. Im Militär war er bei den Motorradfahrern eingeteilt. In den Jahren 1962 und 1963 baute er zusammen mit seiner zukünftigen Ehefrau Klara Gyr sein Eigenheim im Moos. So viel er konnte, machte er an seinem Haus selbst. Nach der Hochzeit 1963 konnten die beiden in ihr neues Zuhause einziehen. Im November 1965 kam ihr erstes Kind Gaby zur Welt und dann im März 1968 Myrta. Ihre Familie war komplett.

Um die Haushaltskasse aufzubessern, motivierte er Grösi, einer Arbeit nachzugehen. Sie fand verschiedene Anstellungen im Service und war an den Wochenenden oft weg. So war es für ihn selbstverständlich, sich um seine Kinder zu kümmern. Wenn sich jemand verletzte oder krank war, spürte er häufig, was zu tun war.

Sein Interesse galt auch immer dem Sport. Groussdädi war ein aktiver Passivsportler. So besuchte er diverse Anlässe wie Fussballspiele, Ringerwettkämpfe und Skirennen. Vor allem aber verfolgte er sie im Fernsehen und am Radio und kannte die Resultate ganz genau.

Aus gesundheitlichen Gründen liess er sich mit 62 Jahren pensionieren. Nun konnte er sein langjähriges Hobby so richtig ausleben: Sein Garten im Schlänggli mit Kartoffeln und anderem Gemüse. Dass er ein Perfektionist war, sah man auch in seinem Garten.

Nach und nach kamen dann seine Enkelkinder Nadine, Marco und Pascal zur Welt. Er hat ihnen immer viele Geschichten aus seiner Kinder- und Jugendzeit erzählt. Natürlich gab er ihnen schon früh Kurse im Gärtnern.

2011 und 2012 hatte er mehrere schwere Darmoperationen. Erstaunlicherweise verbesserte sich sein Gesundheitszustand so, dass er wieder nach Hause zurückkehren konnte. Die folgenden geschenkten Jahre waren für uns eine schöne Zeit, die wir zusammen mit ihm und unserem Grösi erleben durften. Im Juli 2019 verstarb dann unser Grösi. Seine grösste Sorge war, dass er nun in ein Altersheim ziehen muss. Damit er weiterhin in seinem Haus wohnen konnte, unterstützten wir ihn tatkräftig. Er half im Haushalt und im Garten mit. Vor allem das Schlänggli lag ihm bis zuletzt am Herzen.

In der Nacht vom 7. Auf den 8. Oktober stürzte er und erlitt schwere Kopf- und andere Verletzungen. Deshalb verbrachte er seine letzten Tage im Unispital in Zürich. Es bestand keine Hoffnung mehr auf Heilung. Dank seinem starken Willen raffte er sich aber nochmals auf, war ansprechbar und wir konnten noch ein paar Worte mit ihm austauschen. Am Freitagmorgen, 16. Oktober, durfte er für immer einschlafen.

Wir werden ihn, seine Genauigkeit, seinen Fleiss und seine Geschichten nicht vergessen. Danke lieber Groussdädi.

Deine Familie

Geboren am 23. Juli 1940, als jüngster Sohn von Katharina und Klemenz Schnüriger-Beeler, ist Martoni zusammen mit seinen fünf Geschwistern Klemenz, Josef, Ida, Albert und Katharina in der Altmatt in Rothenthurm aufgewachsen. Seine älteste Schwester Kätheli durfte er nie kennenlernen, da sie im Alter von zehn Jahren vor seiner Geburt starb.

Martoni besuchte in Rothenthurm die obligatorische Schulzeit und absolvierte anschliessend die Sekundarschule in Einsiedeln. Eine erste Arbeitsstelle fand er in der Sägerei von Pius Schuler, wo er vier Jahre lang blieb. Im Anschluss fand er mit 20 Jahren bei der Südostbahn eine Lehrstelle als Kondukteur. Nach dem erfolgreichen Lehrabschluss trat er bei der SOB im Jahre 1963 eine Festanstellung an. Zuerst war Martoni in Arth-Goldau stationiert, gefolgt von Rapperswil und Einsiedeln. Dem Unternehmen blieb er nach seiner Ausbildung 40 Jahre lang treu, bis er im Jahr 2003 den Ruhestand antreten durfte.

In seiner Freizeit war er einige Jahre in der Feldmusik Rothenthurm aktiv. Die Musik bereitete ihm viel Freude. Er spielte neben der Klarinette auch immer wieder gerne auf seiner Handorgel. Auch genoss er seit jungen Jahren immer wieder gemütliche Stunden, wenn irgendwo eine Volksmusik-Formation auftrat.

Viele Stunden half Martoni in seiner Freizeit bei «Hermändels» auf dem Bauernbetrieb. Er hatte an jeglicher Arbeit auf dem Landwirtschaftsbetrieb Freude und wusste überall anzupacken. Besondere Freude bereitete es ihm jeweils, wenn es galt, mit den Rindern auf die Alp aufzufahren.

Martoni war immer sehr hilfsbereit und offen. Wo immer er konnte, half er tatkräftig mit. Er war auch für die Geschwister und Bekannte in jeder Situation ein guter Kamerad und eine Stütze. Auch im Genossenrat war Martoni einige Zeit aktiv. Man konnte sich einfach immer und überall auf ihn verlassen!

Nicht zu vergessen ist, dass Martoni immer zu seiner Mutter geschaut und sie gepflegt hat, bis sie für immer einschlafen konnte. Immer wieder ereilten Martoni schwere Momente. So zum Beispiel beim Tod seiner Eltern und seiner Geschwister Klemenz, Josef und Albert. Martoni schöpfte immer Kraft aus seinem Glauben, welcher ihm immer sehr wichtig war.

Er war auch gerne in der Natur. Oftmals sammelte er im Wald Holz und transportierte dies im Kofferraum seines Autos nach Hause. Die letzten Jahre ging er jeweils zusammen mit «Friedel» ins Holz, so konnte das Holz in der Heckschaufel des Traktors transportiert werden. Der Garten war seine Leidenschaft. Die Rhabarber von ihm waren in der ganzen Gegend beliebt.

Bereits im Januar kam der Verdacht auf, dass mit seiner Gesundheit etwas nicht stimmte. Er verlor bereits zu diesem Zeitpunkt an Gewicht und hatte wenig Appetit. Trotz gutem Zureden wollte Martoni von einem Arztbesuch noch nichts wissen. Martoni genoss noch einige gemütliche Stunden an der Rothenthurmer Fasnacht. Nachdem sich die gesundheitliche Situation nicht verbesserte, drängte sich ein Arztbesuch auf. Bei der Untersuchung wurde eine Auffälligkeit an der Bauchspeicheldrüse festgestellt.

Seine Krankheit gewann schnell immer mehr die Oberhand. Nach einem kurzen Aufenthalt im Spital Einsiedeln Ende Juni war nicht mehr an eine Heimkehr in seine eigenen vier Wände zu denken. Martoni trat somit in das Pflegezentrum Gerbe in Einsiedeln ein. Seine Kräfte verliessen ihn zusehends, sodass er immer stärker auf die Pflege und schmerzstillende Medikamente angewiesen war. Am 27.10.2020 schloss sich der Lebenskreis von Martoni und er durfte für immer einschlafen.

Martoni, wir alle werden dich nie vergessen!

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