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Bewegende Bildergeschichte

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Szenen aus dem «Blockbuch von St. Meinrad» sind in der sanierten Südarkade abgebildet Vor Weihnachten werden die renovierten Südarkaden

Szenen aus dem «Blockbuch von St. Meinrad» sind in der sanierten Südarkade abgebildet

Vor Weihnachten werden die renovierten Südarkaden auf dem Klosterplatz wieder aufgemacht. Es gibt dort einiges übers Kloster zu erfahren. Vor allem ein Detail ist sehr spannend.

WOLFGANG HOLZ

Während die Nordarkaden schon vor gut einem Jahr mit dem neuen Info-Pavillon und der Ladenzeile eröffnet worden sind, erweitert sich nun der Bogen auf die Südseite des Klosterplatzes. Sprich: Die neu sanierten Südarkaden werden unmittelbar vor Weihnachten der Öffentlichkeit freigegeben. Meinrads Brunnen und weitere Info-Kästen Bekanntlich sollen die Südarkaden vor allem als Pilgerunterstand bei schlechtem Wetter dienen. Doch die Pilger können dort künftig nicht nur trocken und geschützt unterm Dach auf Bänken ausharren. Es gibt auch Neues zu bestaunen.

Wie bereits berichtet, können Pilger am neuen St. Meinradsbrunnen, der von der gleichnamigen Quelle gespeist wird, Wasser abfüllen. Daneben steht die Steinskulptur des Heiligen, die zuvor im Herrengarten des Klosters platziert war (EA 85/2020). Zudem informieren Bildtafeln in Holzkästen thematisch über weitere Aspekte des Klosters.

Meinrad und seine Mörder

Besonders interessant wirkt dabei eine Reproduktion des «Blockbuchs von St. Meinrad und seinen Mördern und vom Ursprung Einsiedelns». In dieser Bildserie – quasi ein Heiligen- Cartoon, wenn man so will – wird die Legende von St. Meinrad illustriert. Als Meister der Meinradlegende wird ein namentlich nicht bekannter mittelalterlicher Künstler des 15. Jahrhunderts bezeichnet.

Er erstellte Zeichnungen, die als Vorlagen für Holzschnitte dienten. Von den insgesamt 64 Illustrationen sind ein Dutzend zu sehen. Es handelt sich um die im Mittelalter populäre Geschichte des heiligen Meinrads von Einsiedeln – von dessen Geburt als Sohn eines süddeutschen Grafen, über seine Zeit als Lehrer und Mönch auf der Insel Reichenau und sein Eremitendasein im Finstern Wald – bis zu seiner Ermordung durch die beiden Verbrecher und deren spätere Hinrichtung in Zürich auf dem Scheiterhaufen. Auch der Klosteraufbau Einsiedelns ist noch auf zwei Bildtafeln zu sehen.

Die erste Ausgabe des Blockbuchs ist nicht erhalten geblieben. Eine folgende Edition wird im Kloster Einsiedeln aufbewahrt.

Blick auf die Legendengeschichte des heiligen Meinrads, reproduziert auf einer der neuen Infotafeln in der Südarkade.

Arbeiter bringen den letzten Schliff an. Fotos: Wolfgang Holz

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