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Der Druck auf jeden einzelnen Steuerfranken wird höher

Der Druck auf jeden einzelnen  Steuerfranken wird höher Der Druck auf jeden einzelnen  Steuerfranken wird höher
Gemäss Finanzplan hat der Bezirk Einsiedeln Ende 2024 mehr als 92 Millionen Franken Schulden. Der EA fragte beim Säckelmeister, der RPK und

Gemäss Finanzplan hat der Bezirk Einsiedeln Ende 2024 mehr als 92 Millionen Franken Schulden. Der EA fragte beim Säckelmeister, der RPK und den Parteien nach.

VICTOR KÄLIN

Ruhig war es zum Finanzplan an der letzten Bezirksgemeinde. Erstaunlich ruhig angesichts der erwarteten Verschuldung, welche bis Ende 2024 mehr als 92 Millionen Franken betragen soll (siehe Grafik). Und da mit Dorf- platz, Bahnhofareal, Einsiedlerhof, Schulhaus Willerzell, verschiedenen Hochwasserschutzprojekten, dem Sportzentrum Allmeind … sich etliche Investitionsvorhaben immer drängender bemerkbar machen, ist selbst an eine Umkehr nach 2024 kaum zu denken. Der Steuerfuss bleibt hoch und die Verschuldung ebenso. Ein ungefreutes Paar. Das findet auch Säckelmeister Andreas Kuriger.

Für ihn ist es «zwingend notwendig, das Ungleichgewicht

Auf Höfner Gemeinden hoffen

Vi. Säckelmeister Andreas Kuriger weist darauf hin, dass «Einsiedeln nach wie vor und in hohem Masse vom innerkantonalen Finanzausgleich abhängig » sei. Tatsächlich kann der Bezirk Einsiedeln nur rund 75 Prozent der Einnahmen durch Steuereinnahmen und diverse Erträge selbst erwirtschaften. Dies führt die hohe Abhängigkeit des Bezirks Einsiedeln vom Finanzausgleich vor Augen. Kuriger erinnert daran, dass die «Gemeinde Wollerau mittlerweile mehr als die Hälfte ihrer Einnahmen in den innerkantonalen Finanzausgleich abführt». Gleichzeitig würden die Gemeinde Wollerau wie auch Freienbach hohe Defizite für das Jahr 2021 ausweisen.

So hofft der Einsiedler Säckelmeister, «dass die Höfner Gemeinden auch weiterhin in der Lage sind, den innerkantonalen Finanzausgleich zu äufnen ».

zwischen Aufwand und Ertrag abzubauen». Ihn beunruhigen nicht nur die diversen Planungsvorhaben, sondern auch die Bereiche Gesundheit, Soziales und Bildung, welche dem Bezirk nach eigener Einschätzung «bis 2035 jährliche Kostensteigerungen» bescheren. In einem Ausmass, welche die Entwicklung der Steuereinnahmen übertreffen. «Das in Einklang zu bringen, ist die grösste Herausforderung.» Die Probleme sind nicht neu, aber sie verschärfen sich. Schwieriger ist es jedoch, Rezepte für

«Dass Trendwende absehbar ist …»

Vi. Der Bezirk Einsiedeln wird sich nach Ansicht von Andreas Kuriger «auch in Zukunft nicht mit den steuergünstigen Gemeinden im Kanton messen können – und meines Erachtens auch nicht müssen». Der Stimmbürger muss sich deshalb die Frage stellen, welche Steuerhöhe er zu zahlen bereit ist – und was er dafür erhält? Und er warnt davor, die Folgekosten einer jeden Investition nicht zu unterschätzen Ein Schuldenabbau oder zumindest eine Schuldenstabilisierung ist für den Säckelmeister nur dann möglich, wenn die Erfolgsrechnung ausgeglichen ist und eine mehrjährige Phase mit tiefen Nettoinvestitionen ansteht. Ein Abbau könnte auch mit einer Desinvestition beschleunigt werden – zum Beispiel dem Verkauf von Landreserven. Für Kuriger ist «wichtig, dass eine Trendwende absehbar ist».

eine Gesundung der Bezirksfinanzen zu finden. Für Andreas Kuriger müssen deshalb «bestehende Strukturen hinterfragt, das Leistungsangebot überprüft und zusätzlich eine Steuerfusserhöhung in Betracht gezogen werden ». Dabei müsse der Fokus bei den Folgekosten von geplanten Investitionen liegen. Kuriger will dabei auch von unpopulären Entscheiden nicht zurückschrecken: «Wir müssen den Mut haben, bereits geplante oder in Planung befindliche Projekte zu hinterfragen. Allenfalls kann es unter Einbezug der wirtschaftlichen Gesamtkosten vorteilhafter sein, Projekte nicht zu realisieren.» Obwohl eine Steuererhöhung für Kuriger ein Thema ist, will er sich zur Höhe derzeit noch nicht allzu weit zum Fenster hinauslehnen. Dazu will der Finanzfachmann erst die Steuereingänge des nächsten Jahres sowie die Auswirkungen des neuen Rechnungsmodells (HRM2) abwarten. «Im kommenden August», so Kuriger, «werden wir die verlässlichen Daten haben, um im Herbst 2021 über eine mögliche Erhöhung zu befinden.»

«Wir müssen den Mut haben, bereits geplante Projekte allenfalls nicht zu realisieren.»

Säckelmeister Andreas Kuriger

«Einnahmen und Ausgaben in Einklang zu bringen, ist die grösste Herausforderung.»

Andreas Kuriger

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