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«Der traurigste Anlass ist gleichzeitig der schönste»

«Der traurigste Anlass ist gleichzeitig der schönste» «Der traurigste Anlass ist gleichzeitig der schönste»
Letzten Samstag durften einige Kinder bei der Fasnachtsgesellschaft Bürgerwehr unter der Leitung von Candid Knüsel Trichlerluft schnuppern.

Letzten Samstag durften einige Kinder bei der Fasnachtsgesellschaft Bürgerwehr unter der Leitung von Candid Knüsel Trichlerluft schnuppern. Seit 19 Jahren ist er Trichlerchef der Fasnachtsgesellschaft Bürgerwehr.

LUKAS SCHUMACHER

Die Fasnacht hat begonnen – und irgendwie hat sie auch nicht begonnen. Gibt es nun eine Fasnacht? Das ist eine gute Frage … doch, die Fasnacht hat definitiv begonnen und wird auch stattfinden. Alles lassen wir uns nicht wegnehmen.

Zahlreiche private Trichlergruppen liessen am Dreikönigstag die Tricheln trotz allem erklingen … waren Sie auch anwesend?

Ja, selbstverständlich. Ich und andere Trichler aus Einsiedeln läuteten die Fasnacht in 5er-Grupen ein. Dieses Jahr möchten wir nicht nur die bösen Wintergeister, sondern auch noch das böse Coronavirus vertreiben. Als Sie im Jahr 2002 das erste Mal als Trichlerchef der Fasnachtsgesellschaft Bürgerwehr zuvorderst mittrichelten, erzählten Sie dem Einsiedler Anzeiger, dass Sie Ihre Ohren nicht schützen. Ist das immer noch so und hören Sie noch gut? «Was seisch?» … (lacht) … Spass beiseite – ja, ich trage immer noch keinen Gehörschutz und höre immer noch gut. Das liegt aber auch daran, dass ich seit 19 Jahren als Trichlerchef der Bürgerwehr zuvorderst trichle. Dort ist es nicht so laut. Wenn ich zum Beispiel beim Eintricheln am Güdelmäntig mittendrin bin, benutze auch ich einen Hörschutz. Wie kam es eigentlich dazu, dass Sie der Fasnachtsgesellschaft Bürgerwehr beigetreten sind? Das war, weil mein Vater, Sepp Knüsel, ein sehr engagiertes Mitglied war – und auch heute noch fleissig mithilft. Als ich etwa sieben Jahre alt war, wurde das Kindertricheln ins Leben gerufen. Seitdem trichle ich und sobald ich durfte, wurde ich Mitglied bei der Bürgerwehr.

Wie ist eigentlich die Beziehung zwischen den einzelnen Trichlergruppen? Gibt es da Konkurrenzdenken? Eine gesunde Konkurrenz ist immer vorhanden. Schliesslich will jeder glänzen. Schlussendlich reden wir viel miteinander – vor allem vor der diesjährigen Fasnacht gab es einen grossen Austausch zwischen den Fasnachtsgruppen. Wir arbeiten zusammen, denn es will ja jeder an die Fasnacht.

Genau wie Sie früher machten letztes Wochenende einige Kinder ihre ersten Versuche mit der Trichel. Wie viele sind gekommen?

Es kamen nur neun Kinder, wobei jedoch fünf entschuldigt waren. Beim nächsten Mal sollten wir also mehr sein.

Waren auch wieder Mädchen beim Eintricheln mit dabei? Ja, die fünf Mädchen waren sogar in der Überzahl. Werden die Kinder wie üblich ihren ersten Auftritt um 4 Uhr Morgens am Schmutzigen Donnerstag haben? Ja, das Eintricheln am Schmutzigen Donnerstag ist bis jetzt so vorgesehen. Der Kinderumzug am Nachmittag ist abgesagt. Welchen Fasnachtsanlass werden Sie dieses Jahr am meisten vermissen und warum?

Das Pagat-Verbrennen. Obwohl es eigentlich ein trauriger Fasnachts- Anlass ist, weil damit die beste Zeit des Jahres endet, ist es doch einer der schönsten und eindrücklichsten Bräuche. Wissen Sie schon, was Sie am Güdelmäntig machen? Ich werde auf jeden Fall meine «schönsten» Gwändli heraussuchen, meine Larve anziehen und als Sühudi unterwegs sein – schliesslich habe ich mir an der Fasnacht frei genommen!

Foto: Lukas Schumacher Candid Knüsel

Jahrgang: 1979 Wohnort: Einsiedeln Beruf: Chauffeur Hobbys: Fasnacht Saurer Wandern Motorrad

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