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Das Mehl der Grotzenmühle Einsiedeln ist begehrt – mehr denn je

Das Mehl der Grotzenmühle Einsiedeln  ist begehrt – mehr denn je Das Mehl der Grotzenmühle Einsiedeln  ist begehrt – mehr denn je
Das beliebte Grotzenmühle- Mehl ist seit Anfang Jahr nicht mehr im Holzhäuschen vor der Mühle erhältlich. Das neue, frisch eingerichtete

Das beliebte Grotzenmühle- Mehl ist seit Anfang Jahr nicht mehr im Holzhäuschen vor der Mühle erhältlich. Das neue, frisch eingerichtete Verkaufslokal befindet sich jetzt im Hauptgebäude, ein paar Schritte weiter hinten.

GINA GRABER

Der traditionsreiche Mühli-Ladä in Einsiedeln wurde vor gut dreissig Jahren von Erna Holdener gegründet und später von der Familie Anderes weitergeführt. In der Holzbaracke war seither ein breites Sortiment an Mehlen, biologischen Lebensmitteln sowie Biogemüse erhältlich. Auf Ende 2020 wurde der Pachtvertrag zwischen den Gebrüdern Anderes und der Genossame Dorf-Binzen nun gekündigt.

Thomas Anderes, Mitbesitzer der Grotzenmühle, bedauert zwar die Veränderungen, schaut aber mit Elan in die Zukunft, zumal er auch sein bewährtes Team weiterbeschäftigen kann wie bisher. Auf dem Areal des Holzhäuschens plant sein Bruder Sven Anderes die Errichtung einer Lagerhalle für Futtermittel, der Zeitplan dafür ist noch offen.

Qualität vor Quantität Der neue Laden im Mühlengebäude ist kleiner als der alte, für frisches Biogemüse steht nicht mehr genügend Platz zur Verfügung, deshalb bieten es Thomas Anderes und seine Frau Marie- Louise nicht mehr an. «Weniger ist mehr», ist Thomas Anderes überzeugt. Er berichtet, dass die Nachfrage nach dem Grundnahrungsmittel Mehl im letzten Jahr während der Lockdown-Massnahmen überwältigend war: «Zeitweise mussten wir die käufliche Höchstmenge auf fünf Kilo pro Mehlsorte beschränken, sonst hätten uns die Kunden den Laden leergehamstert.» Schweizer Mehl ist begehrt

In der Grotzenmühle wird ausschliesslich Schweizer Getreide verarbeitet, zum Teil in Bio-Qualität. Für jeden Brotgeschmack gibt es die passende Mehlmischung. «Im Kanton Schwyz gibt es nur noch die Grotzenmühle, alle anderen sind verschwunden », sagt Müller Thomas Anderes nicht ohne Stolz. Dabei weisen allein die Einsiedler Strassennamen Mühlestrasse, Grotzenmühle-, Weissmühle- und Klostermühlestrasse auf die regionale Mühlendichte der Vergangenheit hin. Die Grotzenmühle war die dritte Mühle in Einsiedeln und mahlt Mehl seit 1686. Innovative Bauern versuchen heute, in höheren Lagen wieder alte Getreidesorten anzubauen, um die Brotvielfalt mit Spezialmehl zu bereichern. Viele Kunden legen Wert auf naturbelassene, ökologisch nachhaltige Produkte. Ein bekanntes Beispiel dafür ist der Urdinkel, der seit einigen Jahren schweizweit ein Comeback feiert.

Lifestyle-Produkt Brot Die Schweiz ist ein Brotland mit einer Vielfalt von über zweihundert Sorten. Auch Thomas Anderes tüftelt immer wieder neue Mehl-Kreationen und -Kombinationen aus. Viele Leute backen ihr Brot heute selbst, ein Trend, der durch die Corona-Krise noch verstärkt wurde. «Unser tägliches Brot» ist vom überlebenswichtigen Grundnahrungsmittel zum begehrten Lifestyle-Produkt geworden.

Mühli-Ladä: Angebot und Öffnungszeiten siehe Inserat in dieser Ausgabe.

Müller Thomas Anderes vor seinem neuen Mühli-Ladä, der nur ein paar Schritte vom alten entfernt ist.

Fotos: Gina Graber

Bewährtes Sortiment in neuen Räumen: das Mehl-Angebot der Grotzenmühle, Teigwaren und Bio-Lebensmittel im neuen Mühli-Ladä.

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