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Mehr Schulden und höherer Steuerfuss?

Finanzen Bezirk Einsiedeln Sowohl das von der RPK zu Recht zur Ablehnung empfohlene «Schulergänzende Betreuungsangebot », als auch die

Finanzen Bezirk Einsiedeln

Sowohl das von der RPK zu Recht zur Ablehnung empfohlene «Schulergänzende Betreuungsangebot », als auch die geplanten Platz- und Strassenumbauten sind fragwürdige Investitionen mit grossen Folgeausgaben. Vor allem von Ersterem profitieren einmal mehr nur sehr wenige (Eltern), aber alle müssen dafür bezahlen. Die deshalb noch höheren Steuern führen zudem dazu, dass Einsiedeln im Wettbewerb mit anderen Gemeinden weiter zurückgeworfen wird.

Die äusserst kritische Finanzlage und der bereits extrem hohe Steuerfuss erfordert, dass alle Investitionen und jährlichen Mehrausgaben kritisch hinterfragt werden, dann kosteneffektivere Alternativen gesucht werden und geprüft wird, ob es allen Einwohnern wirklich mehr Lebensqualität bringt und Einsiedeln für die Besucher attraktiver macht. Zwei kritische Fragen sind dazu besonders zu stellen: 1. Können wir es uns weiterhin leisten, in eine teure und unflexible dezentrale Schulinfrastruktur zu investieren, welche nun noch mit einem sich nie rechnenden Betreuungsangebot ergänzt werden soll und die Forderung nach einem Ausbau in den Vierteln auch schon auf dem Tisch liegt? Was vor 100 Jahren, als alle Kinder zu Fuss zur Schule mussten, sinnvoll war, ist heute mit dem guten ÖV – notabene mit viel Steuergeld subventioniert – kaum mehr optimal.

2. Könnte nicht auf sanfte Art (Lärm reduzieren, weniger Durchgangsverkehr in der Hauptstrasse und über den Hauptplatz) günstiger und deutlich mehr Lebensqualität und Sicherheit in den Dorfkern und um den Klosterplatz gebracht werden, als mit aufwendigen Umbauarbeiten?

Ich denke, beide Punkte haben ein sehr grosses Sparpotenzial und würden helfen, die Finanzen wieder ins Lot zu bringen, damit Einsiedeln mittelfristig etwas auf die Beine stellen kann, was allen Einwohnern, insbesonders auch den meist älteren, speziell wichtigen Nettosteuerzahlern, das ganze Jahr über mehr Lebensqualität bringt. Dem mit Corona besonders gebeutelten Gastgewerbe hilft dies auch, nicht weiter erholungssuchende Einheimische und Gäste an andere Gemeinden mit guter, allwettertauglicher Freizeitinfrastruktur zu verlieren. Zu sehen ist dies zurzeit vor allem in Oberägeri mit seinem an attraktivster Lage erstellten Ägeribad (kombiniertes Hallen- und Strandbad mit viel Wellness). An manchen Tagen ist halb Einsiedeln dort zu treffen und Gäste, die früher Ferien am Sihlsee machten, verbringen diese nun immer mehr am Ägerisee.

Hansjörg Menzi (Einsiedeln)

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