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«Massiver Umsatzrückgang»

«Massiver Umsatzrückgang» «Massiver Umsatzrückgang»
Generalversammlung des Baumeisterverbandes Schwyz Der Baumeisterverband Schwyz hat ein herausforderndes Jahr hinter sich. Auftragseingang

Generalversammlung des Baumeisterverbandes Schwyz

Der Baumeisterverband Schwyz hat ein herausforderndes Jahr hinter sich. Auftragseingang und Arbeitsvorrat deuten im nächsten Jahr auf einen Seitwärtstrend hin.

DANIEL SCHWAB

Das Jahr 2020 war aus gesamtwirtschaftlicher Sicht ein schwieriges. Im Vergleich zu vielen anderen Branchen kam das Bauhauptgewerbe aber noch glimpflich davon, wie Doris Kälin, Präsidentin des Baumeisterverbandes Schwyz (BVS), am Donnerstagnachmittag anlässlich der online durchgeführten GV festhielt. Schweizweit sank die Bautätigkeit um 5,8 Prozent auf 19,5 Milliarden Franken. Und im Kanton Schwyz? Kälin: «Wir verzeichneten 2020 einen massiven Umsatzrückgang, was vor allem auf den Wohnungsbau zurückzuführen ist.» Dieser sei seit vier Jahren rückläufig, mache im Kanton Schwyz aber immer noch die Hälfte der Bautätigkeit aus. Gemäss Doris Kälin deuten Auftragseingang und Arbeitsvorrat für die kommenden Jahre auf einen Seitwärtstrend hin. Zu verdanken sei dies insbesondere dem öffentlichen Tiefbau, der seinen Anteil am Gesamtumsatz in den letzten zwei Jahren von 15 auf 25 Prozent steigern konnte.

Wechsel im Vorstand Gute Kunde für die BVS-Mitglieder: In Anbetracht der besonderen Situation verzichtet der Verband in diesem Jahr auf die Einforderung des Jahresbeitrags in der Höhe von 250 Franken. Änderungen gab es auch in personeller Hinsicht: Anstelle des abtretenden Georges Schelbert junior konnte Lukas Käppeli, Geschäftsführer der Käppeli Strassen- und Tiefbau AG Schwyz in Seewen, neu in den Vorstand aufgenommen werden. Die übrigen Vorstandsmitglieder – neben Präsidentin Doris Kälin auch Vizepräsident Albert Grab und Tamara Vanoli – wurden für eine weitere Amtsdauer von zwei Jahren bestätigt.

Wieder mehr Lernende

Zu den grossen Herausforderungen in der gesamten Baubranche gehört weiterhin die Nachwuchsförderung. Die Lehrlingszahlen im Bauhauptgewerbe sind gesamtschweizerisch seit einigen Jahren rückläufig. In den Maurerlehrhallen Sursee sank die Zahl der neu eintretenden Lernenden seit 2011 von 413 auf heute 320. Im Vergleich zum letzten Jahr ist die Situation in der Zentralschweiz aber stabil. Der Kanton Schwyz konnte sogar deutlich zulegen, stieg doch die Zahl der Lehrvertragsunterzeichnenden von 26 auf 34. Da im letzten Jahr die Zebi, die Info- Mobil-Besuche und der Event «Berufsbildung öffnet Türen» der Pandemie zum Opfer fielen, dürfte es den Baumeistern aber auch 2021 nicht leicht fallen, geeignete Lernende zu finden.

Schnuppern auf dem Bau BVS-Geschäftsführer Kurt A. Zurfluh ersuchte die GV-Teilnehmer, Jugendliche bei jeder Gelegenheit auf die attraktiven Lehrberufe und die guten Aufstiegsmöglichkeiten im Bauhauptgewerbe aufmerksam zu machen. Was den Jugendlichen ebenfalls fehlt, sind Schnuppergelegenheiten. «Viele Branchen sind zurzeit sehr zurückhaltend beim Anbieten entsprechender Plätze», sagte Zurfluh. «Deshalb lancierten wir kürzlich eine breit angelegte Kampagne, um die Jugendlichen auf unsere Lehrbetriebe aufmerksam zu machen.» Die Liste mit den entsprechenden Firmen findet man auf der Website www.zbvluzern.ch. Zum Schluss informierte der Schwyzer Baudirektor André Rüegsegger über den Stand der Dinge bezüglich der laufenden und geplanten Projekte im Hoch- und Tiefbau.

Die Generalversammlung des Baumeisterverbandes Schwyz fand am letzten Donnerstag im Rahmen einer Zoom-Konferenz statt. Oben links die Präsidentin Doris Kälin.

Foto: apimedia

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