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Zum ersten Mal auf einem Abstiegsplatz

Zum ersten Mal auf einem Abstiegsplatz Zum ersten Mal auf einem Abstiegsplatz
FC Einsiedeln verliert im Rappenmöösli deutlich mit 1:5 gegen den FC Unterstrass Gleich mit 5:1 gewann der FC Unterstrass den Kampf am Strich

FC Einsiedeln verliert im Rappenmöösli deutlich mit 1:5 gegen den FC Unterstrass

Gleich mit 5:1 gewann der FC Unterstrass den Kampf am Strich gegen die Klosterdörfler. Zum ersten Mal rutscht der FCE auf einen Abstiegsplatz.

BEAT SUTER

Manch einer schüttelte beim Blick auf die Matchtafel wohl den Kopf und schaute nochmals hin, um zu realisieren, was dort stand. Für die Spieler musste es sich wie eine schallende Ohrfeige anfühlen: Einsiedeln 1, Unterstrass 5. So viel man sich für dieses Spiel vorgenommen hatte, so brutal ging diese Operation Heimsieg in die Hose.

Nur eine Chance genutzt Drei Punkte schauten aus den ersten vier Spielen heraus. Auch bei den drei Niederlagen fiel der FCE nie ab. Wille, Leidenschaft und Disziplin waren stets präsent. Und am Samstagabend? Es war sicher nicht so, dass Einsiedeln um vier Tore schlechter war. Chancen waren da und eine davon wurde auch genutzt.

Michi Nützel musste in der 89. Minute nach der Vorarbeit von Oliver Borner nur noch den Fuss hinhalten. Dieses Tor fiel allerdings reichlich spät und war auch sonst nur noch Resultatkosmetik, denn der FC Unterstrass führte zu diesem Zeitpunkt schon komfortabel mit drei Toren. Daneben köpfelte Akinrinmade den Ball noch an die Latte. Und doch sprang der Funke am Samstagabend nicht auf die Zuschauer über, weil die Zürcher von allem, was die Einsiedler vor dieser Partie auszeichnete, etwas mehr ablieferten: etwas wacher, etwas entschlossener, etwas präsenter, etwas mutiger und vor allem etwas selbstbewusster. Trotz offensiverer Aufstellung als gegen Dietikon, Muri und Zofingen tat sich der FCE im Spielaufbau schwer. Defensivhebel nicht umgelegt

Es war, als ob die Mannschaft den Defensivhebel in den Köpfen nicht ganz umstellen konnte. Viele Angriffe scheiterten an dieser mentalen Handbremse. Der Gegner war oft einen Schritt schneller und zog seinen Matchplan bis zum Schluss durch. Als besonders auffällig bei den Gästen erwiesen sich Captain Thomas Temperli als eisenharter Abwehrchef und der offensive Mittelfeldspieler Amadé Sall. Der schlacksig wirkende Regisseur verblüffte immer wieder mit seinen Dribblings und seiner Wendigkeit. Einsiedeln fand auch selten wirklich in die Zweikämpfe. Oft liess man den Gegner gewähren oder war schlicht zu weit von ihm entfernt.

Dieser Schuss vor den Bug muss das junge Team jetzt erst einmal verdauen, kommt aber zur richtigen Zeit, um die Lehren daraus ziehen zu können. Nach dieser deftigen Niederlage ist wohl eines glasklar. Selbstläufer wird es keine geben, auch wenn man gegen favorisierte Teams wirklich gut ausgesehen hat. Philippe Rechsteiner hat seiner Mannschaft schon vor dem Saisonstart Potenzial attestiert und das hat sie auch weiterhin. Auf der Torhüterposition beispielsweise wurde mit Robin Nützel nach fünf Runden bereits der dritte Spieler eingesetzt. Und wie schon seine beiden Vorgänger machte er seine Sache gut, hielt sein Team mit gekonnten Abwehrreflexen bis 15 Minuten vor dem Ende im Spiel.

Er habe seinen Jungs vor dem Spiel zum ersten Mal den Druck des «Siegen müssen» auf deren Schultern gelassen. «Diese Verantwortung hatte eine lähmende Wirkung», so Rechsteiners Bilanz nach dem Schlusspfiff.

Meisterschaft, 2. Liga interregional, Saison 2021/22: 4. Runde: FC Einsiedeln – FC Unterstrass 1:5 (0:1) Sportplatz Rappenmöösli – 250 Zuschauer SR: Stefan Radevic AS1: Bekir Albayrak AS2: Luca Scollo Tore: 40. Miri 0:1, 75. Schneider 0:2, 77. Kramer 0:3, 89. M. Nützel 1:3, 90. Sall 1:4, 92. Benbiri 1:5 FC Einsiedeln: Robin Nützel, Tim Bertschinger (81. Nicolas Fink), Raphael Petrig, Jan Rüttimann (53. Sascha Kessler), Marko Prskalo, Ayo Akinrinmade, Pascal Fässler (75. Altin Musa), Joel Zürni, Andrea Filipelli (58. Oliver Borner), Juan Walker, Benjamin Abazaj (68. Michael Nützel) Ersatztorhüter: Dennis Räber Ohne Einsatz: Fabian Langhart Abwesend: Rusmir Mujanovic, Dennis Pierangeli

Verwarnungen: 34. Abazaj (FCE), 59. Gigli (FCU)

Statistiken: Eckbälle (5:3), Offsides (2:1), Fouls (14:10)

Randnotizen: Delegation des Lions Clubs Schwyz als Ehrengäste, 53. Jan Rüttimann scheidet verletzt aus, Debüt für Altin Musa im Dress des FCE, erster Einsatz von Torhüter Robin Nützel nach einjähriger Pause (Coronazeit, Verletzung, Militär)

Einsiedelns Akinrinmade im Pech! Sein Kopfball landet lediglich an der Latte.

Foto: Sepp Holdener Matchtelegramm

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