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Wird bald wieder vor Publikum geschwungen?

Mit den neuesten Lockerungen in der Corona-Pandemie können Schwinger bis 20 Jahre wieder trainieren und Wettkämpfe bestreiten. Kehren auch

Mit den neuesten Lockerungen in der Corona-Pandemie können Schwinger bis 20 Jahre wieder trainieren und Wettkämpfe bestreiten. Kehren auch die Aktiven bald wieder in die Sägemehlringe zurück?

WERNER SCHÖNBÄCHLER

Als eine von ganz wenigen Sportarten konnten die Schwinger 2020 überhaupt keine Schwingfeste bestreiten. Jetzt hoffen Klubs und insbesondere die Aktiven bald wieder auf eine Rückkehr ins stiebende Sägemehl. Mit oder ohne Zuschauer. Nur Training, keine Wettkämpfe, keine Ziele sind für jeden Sportler frustrierend.

Es geht um die Nachwuchsschwinger Die Schwinger hat das Coronajahr 2020 hart getroffen. Bei den Aktiven wurden alle Kranzfeste abgesagt. Nur ein paar wenige Hallenschwingfeste fanden statt. Es versteht sich, dass bei den Athleten und Schwingern der Wunsch gross ist, endlich wieder in die breiten Zwilchhosen steigen zu können. Auch wenn es Geisterschwingfeste geben könnte.

Es geht aber letztlich vor allem um den Sport, besonders um die Nachwuchsschwinger. Die getroffenen Massnahmen des Bundesrates ermöglichen jungen Aktivschwingern wieder den Schwingsport aufnehmen zu können. Diese sanfte Lockerung hat bei den Verbandsverantwortlichen für neue Ideen gesorgt. So will man an den Nachwuchsschwingertagen auch junge Aktivschwinger bis 20 Jahre starten lassen, was im Hinblick auf den Eidgenössischen Nachwuchsschwingertag für die Jahrgänge 2004 und 2005 eine gute Vorbereitung wäre.

Geduld ist gefragt

Die Aktivschwinger mit den Jahrgängen 2000 und älter müssen sich weiter gedulden. So dürfte es für die im Mai angesetzten Kantonalen Kranzfeste zeitlich eng werden. So wurde beispielsweise das Zürcher Kantonalfest bereits vom 9. Mai auf den 8. August verschoben. Es wird allerdings nur mit Zuschauern ausgetragen.

Abklärungen laufen auch in der Innerschweiz, wo im Mai gleich vier Kantonalfeste auf dem Terminkalender stehen. Das Bern-Jurassische ist statt am 25. April neu am 12. September datiert. Die Verbandsverantwortlichen geben sich optimistisch, dass mindestens im Juni wieder wettkampfmässig geschwungen werden kann. Viele Organisatoren hoffen jedenfalls auf eine Durchführung. Eins ist aber gewiss: Die Feste dürften nicht wie zuletzt 2019 vor Tausenden von Zuschauern ausgetragen werden.

Einschränkungen wird es wohl geben Der Schwingsport wird wohl mit Einschränkungen leben müssen. Dabei braucht man nicht ein Mathematik-Gelehrter sein, um festzustellen, wo wohl der Hebel angesetzt werden muss. Weniger Zuschauer bedeuten weniger Budget, weniger Budget heisst der Verzicht auf grosse Tribünenbauten. Es muss wohl zu einem Umdenken kommen. Statt wie bisher mit gegen 8000 Zuschauern allein an Kantonalfesten muss man sich vielleicht mit 2000 und einer kleinen Tribüne begnügen. Unterhaltungsabende in vollen Festzelten werden wohl ganz wegfallen.

Dennoch brauchen die Organisationskomitees eine gewisse Planungssicherheit, um finanziell über die Runden zu kommen. Auch wenn heute niemand weiss, wie es coronabedingt in ein paar Wochen aussehen wird. Da wird auf die Organisatoren noch einiges zukommen. Allein schon die Kapazitätsfrage wird ihnen viel Kopfzerbrechen bereiten. Sie müssen in dieser schwierigen Zeit flexibel bleiben und für Alternativen bereit sein.

Das Wichtigste ist aber, dass endlich wieder wettkampfmässig geschwungen werden kann.

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