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Jeder müsste sich massiv einschränken

Agrarinitiativen vom 13. Juni Die Qualität des Trinkwassers ist in der Schweiz sehr hoch. Trotzdem wird nun der Pestizideinsatz in der Landwirtschaft

ABSTIMMUNG 13. JUNI

Agrarinitiativen vom 13. Juni

Die Qualität des Trinkwassers ist in der Schweiz sehr hoch. Trotzdem wird nun der Pestizideinsatz in der Landwirtschaft zum Schwarzen Peter verteufelt, obwohl die Gewässerverschmutzung zu 99 Prozent durch Industrie, Haushalt, Arzneimittel und Lebensmittelzusätze verursacht wird! Jeder Landwirt ist heute verantwortungsbewusst genug, Pestizide so wenig wie möglich und nur so viel wie nötig einzusetzen, denn erstens hat er kaum Interesse daran, sich selber zu vergiften, und zweitens liegt es ihm am Herzen, möglichst viele seiner Mitmenschen mit genügend und qualitativ guten Nahrungsmitteln zu versorgen.

Als Dank dafür wird er ständig mit Schuhen getreten und gevogtet. Einerseits wird nach Bio-Produkten geschrien, anderseits werden Produkte wegen kleinsten Schönheitsfehlern von Händler und Konsument zurückgewiesen. Bei einem absoluten Pestizidverbot würde die Ernte um etwa 40 Prozent sinken, und Obst, Gemüse, Kartoffeln und so weiter kämen in verkrüppelter Form, mit Wurmlöchern und Schädlingsbefall daher (immer neue Schädlinge werden durch Import-Produkte und durch unsere ach so umweltfreundlichen Reisefreudigen aus der ganzen Welt in die Schweiz geschleppt!).

Kommt noch dazu, dass die Bevölkerung stets wächst und der Kulturboden stets schrumpft. Schon heute liegt der Selbstversorgungsgrad in der Schweiz unter 60 Prozent! Nun muss sich jeder Bürger selber die Frage stellen, ob er mit der Hälfte auf dem Teller auch zufrieden ist und ob er bereit ist, doppelt so viel Zeit zu investieren fürs Gemüserüsten und doppelt so viel fürs Essen zu bezahlen? (Bio-Produktion ist um vieles aufwendiger und teurer). All jenen, die nun bereits an billige Mehr-Importe und Einkaufstourismus denken, würde der Appetit schnellstens vergehen, wenn sie um die schlimme Produktionsweise im Ausland wüssten (Einsatz von Chemie und Antibiotika sowie Ausbeutung von Mensch, Tier und Kulturfläche). Deshalb zweimal Nein zu den Agrar-Initiativen und weiterhin «E Guete» mit unseren qualitativ sehr hochstehenden Schweizer Nahrungsmitteln!

Heidi Schönbächler Oberegg (Egg)

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