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Sammeleinsprache eingereicht

Rothenthurmer Mobilfunkmasten soll künftg auch mit 5G+ betrieben werden Seit Jahren steht der Mobilfunkmasten im Schos auf rund 1000 Metern

Rothenthurmer Mobilfunkmasten soll künftg auch mit 5G+ betrieben werden

Seit Jahren steht der Mobilfunkmasten im Schos auf rund 1000 Metern Höhe. Nun soll der Masten mit modernster Technik ausgestattet werden. Jetzt regt sich aber zahlreicher Widerstand.

WOLFGANG HOLZ

Doch wann mit der Umrüstung der Mobilfunkantenne gestartet wird, ist noch unklar. Denn, wie Pirmin Abegg vom Bausekretariat der Gemeindeverwaltung Rothenthurm unserer Zeitung mitgeteilt hat, mache die Swisscom Broadcast AG keine Angaben. Und nicht nur das. Mehr als 200 Unterschriften

Der andere Grund für eine Verzögerung des Baubeginns liegt darin begründet, dass bereits Einsprachen gegen das Mobilfunkprojekt bei der Gemeinde eingegangen sind. Und zwar liege eine Sammeleinsprache vor, informiert Pirmin Abegg. Um wen es sich dabei konkret handelt, führt das Bausekretariat nicht näher aus. Offenbar handelt es sich um mehr als 200 Personen, die sich mit ihrer Unterschrift an der Sammeleinsprache beteiligt haben.

In der aktuellen Mai-Ausgabe des Rothenthurmer Gemeindeblatts Info bedankt sich jedenfalls eine «Astrid» in einem Inserat «recht herzlich bei allen, welche mich mit ihrer Unterschrift gegen den Ausbau der bestehenden Mobilfunkanlage mit neuen 5G-tauglichen Antennen unterstützt haben».

Die Baueingabe für den Umbau und die Kürzung des Mobilfunkmastens im Gebiet Schos in Rothenthurm wurde bekanntlich am 1. April im Schwyzer Amtsblatt publiziert. Bauherrin ist die Swisscom Broadcast, die den Standort nicht mehr für eigene Dienste verwendet (EA30/2021).

«Nur Verzögerung» Für Rothenthurms Gemeindepräsident Stefan Beeler ist der Widerstand gegen die 5G-Antenne einerseits verständlich – andererseits aber nicht, wie er gegenüber unserer Zeitung gestern erklärte. «Denn sollte die bestehende Mobilfunkantenne im Schos nicht auf 5G umgerüstet werden, ist erstens davon auszugehen, dass andere Mobilfunkantennen von entfernteren Positionen «stärker einstrahlen müssen, was zu einer höheren Strahlenbelastung führen würde». Beziehungsweise könnte es dann sein, dass im Wohngebiet eine neue Antenne aufgestellt werde. «Und die bestehende im Schos liegt ja deutlich ausserhalb der Wohnbebauung.» Zweitens sei davon auszugehen, dass die Einsprache nur zu einer baulichen Verzögerung führen würde. «Die Antenne kommt trotzdem – das ist technischer Fortschritt.» Die Beschwerde werde am Ende von den Behörden abgewiesen. «Auf dem Standort sind Sunrise und die Swisscom AG für die Mobilfunkversorgung sowie die Swissphone für ihre Pagingdienste eingemietet», erklärt Esther Hüsler vom Mediendienst der Swisscom. Der bestehende Mast werde aus statischen Gründen gekürzt. «Die neuen Antennengenerationen sind nämlich schwerer, wodurch Gewicht und Windlast auf den Mast grösser werden.» Mit der Verkürzung gehe aber keine Verschlechterung der Versorgung einher.

Die Swisscom (Schweiz) AG plant im Rahmen des Baugesuchs also den Ersatz der bestehenden Mobilfunkantennen. Mit dem Baugesuch werde, wie üblich, so Hüsler, lediglich die Nutzung von lizenzierten Frequenzbereichen beantragt. «Damit soll eine Kapazitätserweiterung möglich werden. Welche Systeme auf den bewilligten Frequenzen betrieben werden, wird primär durch Kundenbedürfnisse bestimmt. Der Standort soll aber auch für den möglichen Betrieb von 5G+ vorbereitet werden. » Die Anlagen von Sunrise und Swissphone sollen künftig etwas tiefer montiert werden.

5G ist umstritten 5G ist bekanntlich die neue Generation im Mobilfunk. Das schnelle Internet soll zum Beispiel neue «Reality-Spiele» oder die Vernetzung von Maschinen in der Industrie und intelligenten Geräten ermöglichen. Ausserdem soll die Technik die Digitalisierung vieler Lebensbereiche unterstützen.

Andererseits warnen Kritiker vor gesundheitlichen Risiken wegen der stärkeren, elektromagnetischen Funkstrahlung, welche existierende Strahlenschutzwerte übersteigt. 5G-Gegner blockieren mit Einsprachen deshalb viele Baugesuche für 5G-Antennen in der Schweiz.

«Die Antenne kommt trotzdem – das ist technischer Fortschritt.»

Stefan Beeler, Gemeindepräsident Rothenthurm

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