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Auf direktem Weg ins Nirwana

Die Kreiselsperrung zeitigt verwirrte Autofahrer – obwohl bei der Signalisation der Umfahrung fast alles richtig gemacht wurde Erhält das

Die Kreiselsperrung zeitigt verwirrte Autofahrer – obwohl bei der Signalisation der Umfahrung fast alles richtig gemacht wurde

Erhält das Kloster Konkurrenz als Einsiedler Sehenswürdigkeit? Man könnte es fast meinen. Denn so mancher Autofahrer, der eigentlich Richtung Zentrum will, landet plötzlich in einer Sackgasse. Und es werden immer mehr.

WOLFGANG HOLZ

Die grossräumige Umfahrung des Einsiedler Dorfzentrums infolge der Kreisel- und Brückensperrung an der Alp hat doch ungeahnte Tücken. Denn neuerdings landen anscheinend zahlreiche ortsunkundige Autofahrer, die eigentlich das Einsiedler Kloster besichtigen wollen, plötzlich in einer kleinen Sackgasse. Und fühlen sich plötzlich orientierungslos.

Rund 50 Autofahrer verirrten sich schon «Vergangenes Wochenende sind sicher schätzungsweise rund 50 Autos bei der Brauerei Rosengarten an der Spitalstrasse geradeaus in die Sackgasse Grossmorgen gefahren», sagt Meinrad Kälin, Anwohner im Grossmorgen. Zudem würden viele ortsunkundige Autofahrer Richtung Spital fahren und «oben» am Berg dann nur noch grün sehen.

Für Kälin ist der Grund für diese automobilen Irrungen und Wirrungen im Zuge der neuesten Kreiselsperrung klar. «Viele Autofahrer haben wohl die Signalisation beim Kreisel an der Zürichstrasse übersehen.» Um diese Odysseen durch Einsiedeln zu beenden, sollte man darum seiner Meinung nach schon 50 Meter vor dem Kreisel einen Hinweis aufstellen, wo es ins Einsiedler Zentrum geht. Nämlich nach links.

Der Anwohner der Grossmorgenstrasse hat die Situation richtig erfasst. Denn tatsächlich hängen am Kreisel an der Zürichstrasse zwar zwei Schilder mit dem Hinweis, wie man ins Einsiedler Zentrum – und damit zum Kloster – kommt. Sprich: Wer links abbiegt und dann über die Wasenmattstrasse fährt.

Schilder erst im Kreisel Doch tauchen diese Signalisationen eben im Auge des Autofahrers relativ spät auf. Und wer die Psyche von Autofahrern kennt, weiss, wie diese oft bis in letzter Sekunde doch noch auf einen klitzekleinen Schleichweg spekulieren. Warum also nicht, wie gewohnt, erstmal geradeaus im Kreisel und dann weiter auf der Zürichstrasse fahren.

Solche risikoreichen Querdenker, die sich für diese Variante entscheiden, enden dann aber im Niemandsland. Denn an der oberen Zürichstrasse bleibt ihnen aufgrund des Sackgassenschilds in Geradeausrichtung nur noch die Passage über den «Bypass» an der Brauerei vorbei. Und von dort gelangt man ja bekanntlich über die Spitalstrasse nur zum Spital oder in die angrenzenden Wohngebiete. Andererseits verleitet gerade die breite Strasseneinmündung von Grossmorgen in Geradeausrichtung wohl so manchen Autofahrer, es bei der Brauerei doch einfach mal über diese Route zu versuchen.

Sackgassenschild fehlt Doch diese Strecke erweist sich sehr schnell als Sackgasse. Nach gut zweihundert Metern ist Schluss. Nur der Rückwärtsgang verhilft zur Rettung. «Ich habe schon etliche Gestrandete aufklären müssen», berichtet Meinrad Kälin. Seiner Ansicht nach müsste man an der Strasseneinmündung ein Sackgassenschild aufstellen. «Ein solches gibt es nämlich nur in Richtung der gesperrten unteren Spitalstrasse.» Recht hat er – ein zweites Sackgassenschild vor Grossmorgen fehlt.

«Ich habe schon etliche Gestrandete aufklären müssen.»

Meinrad Kälin, Anwohner

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