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Mit neuem Schwung in die Zukunft

Mit neuem Schwung in die Zukunft Mit neuem Schwung in die Zukunft
Bis spätestens Ende Juni sollen die Anlaufspuren der Einsiedler Schanzen erneuert sein Die Nachrichten klingen erfreulich, ja fast schon unglaublich

Bis spätestens Ende Juni sollen die Anlaufspuren der Einsiedler Schanzen erneuert sein

Die Nachrichten klingen erfreulich, ja fast schon unglaublich gut: Fast genau zwei Jahre nach dem niederschmetternden «Njet» der Einsiedler Bevölkerung an der Abstimmungsurne zu weiteren öffentlichen Subventionen für die Schanzen im Klosterdorf tut sich was.

WOLFGANG HOLZ

Es geht steil aufwärts bei den Schanzen Einsiedeln. Genauer gesagt, eigentlich abwärts – denn die Erneuerung der Anlaufspuren auf allen vier Schanzen wird im Augenblick in Angriff genommen. «Wir haben am 10. Mai mit den Arbeiten begonnen, und je nachdem, wie das Wetter mitspielt, ist geplant, dass spätestens ab Ende Juni wieder auf unseren Schanzen gesprungen werden kann», verkündet freudig Daniel Kälin, Präsident der Stiftung Schanzen Einsiedeln.

Rückbau ist erfolgt

Bis jetzt sei man mit dem Rückbau der 15 Jahre alten und nicht mehr weltcupkompatiblen Anlaufspuren beschäftigt gewesen. Die Schanzen stehen nun kurzzeitig quasi nackt und bloss da, als geschwungene Betonblöcke. «Ab heute beginnen wir mithilfe eines Helikopters mit dem Einbau der neuen Anlaufspuren », so Kälin. Will heissen: Die neuen Kunststoffelemente der Anlaufspuren, die innen mit Keramik beschichtet sind, werden dann in die Schanzen eingebaut. Danach erfolge die Wettkampf- Homologisierung durch die FIS.

Diese frohe Botschaft hört sich tatsächlich sehr froh an. Denn nachdem im letzten Jahr bekannt geworden war, dass bei der Crowdfunding-Aktion zwischen den Schanzen Einsiedeln und den schweizerischen Spitzenskispringer rund um Simon Ammann und Killian Peier zunächst «nur» knapp 10’000 Franken zusammengekommen waren, wurde Trübsal geblasen. Doch wie jetzt Daniel Kälin erklärt, ist die Spendenaktion unterm Strich doch noch ein grosser Erfolg gewesen – schliesslich seien am Ende durch weitere Spenden 55’000 Franken eingegangen.

Rund 800’000 Franken teuer

Mit diesem Geld sowie mit weiteren Finanzspritzen kann nun die Investition der neuen Anlaufspuren an den Einsiedler Schanzen gestemmt werden. Diese beläuft sich auf rund 800’000 Franken. Das Geld für diese Summe fliesst aus verschiedenen Quellen. «Zum einen erhalten wir einen grossen Teil aus dem Fördertopf der NASAK, der uns schon lange zugesichert war», erklärt Kälin.

Durch die Erneuerung der Anlaufspuren der Schanzen habe man diesen Betrag nun auslösen können. NASAK ist bekanntlich die Abkürzung für das nationale Sportanlagenkonzept und ist ein Förderinstrument des Bundes im Bereich der Sportanlagen von nationaler Bedeutung. Dazu zählen auch die Schanzen Einsiedeln.

Verwaltungsrat schiesst zusätzlich Geld ein

«Zum anderen haben sich meine Geschwister Marlen und Martin sowie ich selbst im Stiftungsrat dazu entschlossen, insgesamt zusätzliche 150’000 Franken für die Spursanierung einzuschiessen. » Weiteres Geld erhalte man von Swiss-Ski, Kantonalen Sportämtern oder Stiftungen.

Was die Etappe der Sanierung der Anlaufspuren der Einsiedler Schanzen angeht, ist die Finanzierung also erstmal in trockenen Tüchern. «Das stimmt uns als Betreiber der Anlage natürlich positiv», so Kälin. Als nächste Investition stünde dann in einigen Jahren die Sanierung der Sprungauslaufmatten an. FIS-Cup-Springen Ende August

«Am 28./29. August wird auf jeden Fall ein FIS-Cup-Skispringen für Damen und Herren in Einsiedeln stattfinden», blickt Kälin voraus. Weitere kleinere nationale Nachwuchs-Wettkämpfe stünden im Oktober wieder zur Diskussion. Ob sie, wie geplant, auch im Klosterdorf ausgetragen werden, sei noch nicht endgültig geklärt. Selbstverständlich wolle man sich mit den neuen Anlaufspuren auch wieder für den Sommer Grand Prix in Einsiedeln bewerben, ein Weltcup-Springen, also. Kälin: «Dafür braucht es aber noch neue personelle Ressourcen beim Veranstalter. Wir hoffen aber, dass die neuen Anlaufspuren für frischen Aufwind und Motivation sorgen.» Schanze begehrt zum Trainieren Eine verlässliche Einnahmequelle sieht der Stiftungsratspräsident der Schanzen AG jedenfalls im künftigen Sommertrainingsbetrieb der internationalen Skispringer. «Wir haben mit den neuen Spuren wieder ein attraktives Angebot, das Anfragen von Nachbarverbänden aus Deutschland, Frankreich und weiteren Ländern generieren wird, die alle sehr daran interessiert sind, dass ihre Skispringer in Einsiedeln trainieren können.» Es geht also sichtlich aufwärts mit den Einsiedler Schanzen – die ja neben dem Kloster die Kulisse des Klosterdorfs eindrücklich prägen. «Die Zukunft leuchtet zumindest schon mal hellgrün», sagt Kälin und lacht.

«Die Zukunft leuchtet zumindest schon mal hellgrün.»

Daniel Kälin, Präsident der Stiftung Schanzen Einsiedeln

Nackt und bloss: die Einsiedler Grossschanze nach Entfernen der Anlaufspur. Fotos: zvg

Am Seil wie ein Bergsteiger: Ein Job mit erheblicher Schieflage.

Nach 15 Jahren ausgedient: die alte Anlaufspur.

Abgetakelt: Spätestens ab Ende Juni soll hier wieder gesprungen werden können.

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