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Gesucht: Eierlegender Wollmilcheber

Mit dem Entscheid des kantonalen Parlaments vom 26. Mai ist der Startschuss für eine umfassende Neubeurteilung der diversen Ausgleichszahlungen

LESERBRIEFE

Mit dem Entscheid des kantonalen Parlaments vom 26. Mai ist der Startschuss für eine umfassende Neubeurteilung der diversen Ausgleichszahlungen zwischen Kanton, Gemeinden und Bezirken gefallen. Es ist dies die wohl bedeutendste Finanzvorlage der Legislatur.

Nicht nur die Auswirkungen sind nicht zu unterschätzen, sondern auch die Herkulesaufgabe an sich: Der Kanton und alle Gemeinden und Bezirke – das sind 34 Parteien – wollen eine «faire» Lösung zu je ihren Gunsten, was naturgemäss nicht im Sinne aller gelingen kann. Ein paar werden gegenüber dem Status Quo gewinnen, andere verlieren. Denn viele der Forderungen könnten entgegengesetzter nicht sein. Es wird ein Kampf um Abgeltungen von Lasten und Ausgleichszahlungen werden. Dazu kommt der eng gesetzte – um nicht zu sagen sportliche – Umsetzungszeitraum von lediglich zwei Jahren. Die Reform ist aber den diversen Pendenzen geschuldet, welche åstets mit Hinweis auf eine umfassende Neubeurteilung aufgeschoben worden sind. Es ist dabei zu hoffen, dass der Bezirk Einsiedeln nicht unter die Räder kommt.

Roland Lutz Kantonsrat (Einsiedeln)

Nichts blieb, wie es war: Hintergründe zur Geschichte Israels. Die politisch-militärische Schwäche des Israelbundes wurde offenbar, als sich die Philister (so die Palästinenser) anschickten, im Westjordanland die führende Stellung an sich zu reissen. Es scheint, dass sie von Kleinasien, andere vermuten von Kreta, her ins Land gekommen seien. Jedenfalls gehören sie zur grossen Bewegung der «Seevölker», die damals die östlichen Küstengebiete des Mittelmeeres überfluteten.

Ungefähr um 1150 sind sie, unter Zustimmung Ägyptens, im südlichen Teil der Küstenebene sesshaft geworden. Als ihre wichtigsten Zentren werden regelmässig Gaza, Askalon, Asdod, Ekron und Gath genannt. Das führte zur palästinensischen Besetzung des Westjordanlandes. Eine Zwei-Staaten- Lösung ist also nicht in oder um Jerusalem zu suchen, sondern in der Abstammung der Kreter. Die Zukunft wird es zeigen.

Roland Michael Bucher (Einsiedeln)

All Tag git’s mej Urueh im Gade bim Vej. ’s will äntli driuse, grüen Matte wänd’s gsej. Si sind’s ase gwoned fri Atzig sich z’näh, uf heimischä Weide, d’ Natur hät ‘nes gäh. Dr Sänn alls aaräised was ‘s bruucht uf dr Alp, was är will handhabe i ’r Wäid überall. Und glii zeigt dr Pratig, dass d’ Zyt isch jetz nou. Mi gspürt’s au im Vej aa, i d’Höichi wend’s gou. Mit viil Freud und Dränge Zieht d’ Säntä dur’s Dourf. Driusä i d’ Friiheit, im Himmel sou nouch. Als Nouchber dr Herrgott, bunt’ Blueme zum Fründ’, au d’ Lunge sich wiited, ’s Härz freudig sich füllt. Ziitwisi chli Gwitter, wou nienä halt fählt. Suscht rundume Friide, ä glücklichi Wält. Karl Hensler Allmeindstrasse (Einsiedeln) ABSTIMMUNGEN

Ich bin stolz darauf, Landwirt zu sein

Ich bin Landwirt und führe zusammen mit meiner Familie einen Landwirtschaftsbetrieb im Berggebiet. Darauf bin ich stolz. Seit Monaten ist die Landwirtschaft in den Medien präsent. Hauptthema: die zwei Agrarinitiativen. Zu Beginn des letztjährigen Lockdowns, als Teile der Bevölkerung Hamsterkäufe tätigten, wurden Dorf und Hofläden innert kurzer Zeit überrannt. Ich freute mich und dachte, dass nun die Schweizer Landwirtschaft endlich wieder mehr geschätzt würde. Leider täuschte ich mich. Geschätzt für ihre top Lebensmittel-Produktion und die Arbeit, die täglich verrichtet wird. Denn als Landwirt ist man Unternehmer und Produzent und will für Familie und Betrieb eine Existenz sichern. Der Direktzahlungsoptimierer will man bestimmt nicht sein.

Hier ein Beispiel, was auf einem Bergbetrieb mit Sömmerung auf der Alp zutreffen würde, bei einem Ja der zwei Initiativen: Der Viehbestand in der Schweiz würde drastisch sinken, was zu Verlusten in der Produktion der Lebensmittel, aber auch einer Verminderung der Bestossung von Vieh auf den Alpen führen könnte. Letztlich würden diese Weiden nicht mehr genügend abgeweidet und in der Folge langsam verbuschen und verwalden.

Meiner Meinung nach ist es eine reine Wohlstandserscheinung, über zwei so extreme Agrarinitiativen abzustimmen. Die eigene Produktion runterfahren und noch mehr Lebensmittel zu importieren, aus Ländern, welche nicht annähernd den Standard der Schweizer Produkte erfüllen, kann nicht die Lösung sein. Zudem sinkt der Selbstversorgungsgrad und die Abhängigkeit vom Ausland steigt weiter. Dort hinterlassen wir übrigens bereits heute 75 Prozent unseres ökologischen Fussabdruckes. Wie Sie sehen, treffen diese Initiativen nicht nur die Landwirtschaft stark, sondern auch Sie als Konsumenten.

Bitte denken Sie an die Zukunft der Schweizer Landwirtschaft und stimmen Sie zweimal Nein zu den extremen Agrarinitiativen. Damit auch unsere Kinder mit Stolz weiter Bauern sein können.

Albin Fuchs (Euthal) Präsident Bauernvereinigung Kanton Schwyz

In mehreren Leserbriefen wurde seitens Sympathisanten der beiden Agrarinitiativen diverse Aussagen gemacht, welche ich gerne richtigstellen möchte. 1: «Bei einem Nein zu den Initiativen wird die Verschmutzung unserer Gewässer und Böden weiter zunehmen». Richtig ist, unseren Gewässern und Böden geht es immer besser. Der Eintrag von Nähr- und Wirkstoffen konnte durch diverse Massnahmen bereits massiv reduziert werden. Durch neue, bessere Technik und mithilfe smarter Hilfsmittel wird der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln in den nächsten 20 Jahren nochmals um 90 bis 95 Prozent reduziert werden können.

2: «Der Import von Futter für die Tierhaltung führt zu massiven Nährstoffüberschüssen». Richtig ist, dass mit der Nährstoffbilanz bereits heute klar geregelt ist, dass nur so viele Nährstoffe auf einem Feld ausgebracht werden dürfen, wie es dem Bedarf der Pflanzen entspricht. Hat ein Betrieb einen Nährstoffüberschuss, so muss er überzähligen Hofdünger an einen anderen Betrieb abgeben. Fallen durch das Verbot von Futterimporten weniger Nährstoffe an, muss mehr Kunstdünger importiert und eingesetzt werden. Denn der Bedarf der Pflanzen bleibt gleich hoch. Weiter ist es sinnvoller, aufgrund des viel strengeren Tierschutzgesetzes nachhaltig angebautes Futter zu importieren und die Tiere in der Schweiz zu halten, anstatt Milch und Fleisch aus schlechterer Haltung aus dem Ausland zu importieren.

3: «Die beiden Initiativen ermöglichen den dringend benötigten Systemwechsel». Diese Aussage bedeutet einfach ausgedrückt, die Schweizer Landwirtschaft Vollgas an die Wand fahren, das Marktgefüge aus dem Gleichgewicht bringen und damit viele Bauernfamilien in den Ruin zu treiben. Anstatt konkret aufzuzeigen, wie das ganze umgesetzt und realisiert werden soll, wird in heuchlerischer Weise einfach aufs Parlament und den Bundesrat verwiesen. Im Wissen, dass beide Initiativen eklatant fachliche Schwächen aufweisen und nicht umsetzbar sind. Deshalb am 13. Juni zweimal Nein zu den extremen Agrarinitiativen.

Christian Schönbächler Nüschür (Einsiedeln)

Das CO2-Gesetz hat viele Vorteile

Nicht nur das Klima profitiert von einer Annahme des CO2-Gesetzes, sondern der grösste Teil der Bevölkerung wird auch finanziell belohnt werden. Dies ist möglich, weil die gesamten Einnahmen der CO2-Abgabe an die Bevölkerung und die Wirtschaft zurückverteilt werden. Jeder von uns bekommt schon heute jeweils Anfang Jahr über die Krankenkassenabrechnung rund 80 Franken zurückerstattet. Diese Rückerstattung wird mit dem neuen CO2-Gesetz auf rund 180 Franken erhöht. Künftig werden einer Familie mit vier Kindern also jährlich über 700 Franken zurückerstattet. Auch wenn dann für Benzin eine CO2-Steuer von 12 Rappen pro Liter bezahlt werden müsste, wird dies das Autofahren mit einem Mittelklassewagen mit einem jährlichen Fahrweg von 12’000 Kilometern lediglich um hundert Franken verteuern.

Wir wissen eigentlich schon lange, dass wir weniger fossile Treibstoffe verbrennen und viel mehr für den Klimaschutz tun sollten. Das ist nur möglich, wenn Benzin und Heizöl ein wenig teurer werden. Wir werden alle den Aufschlag der künftigen CO2-Steuer gut bezahlen können, auch dank der Rückerstattung. Wenn wir nichts machen, wird uns und unsere nächste Generation der Klimawandel sonst noch viel mehr kosten. Franz Camenzind Kantonsrat (Einsiedeln)

Klima-Verantwortung: Ja zum CO2-Gesetz!

Wir Schweizer und vor allem auch Schwyzer sind stolz auf unsere abwechslungsreichen Landschaften, auf unsere Alpen mit ihren Gletschern. Nur – wie lange gibt es unsere mächtigen Eisströme noch? Es erstaunt, wie Unbelehrbare im Umfeld der CO2-Abstimmung in unseren Leserbriefspalten noch immer behaupten, die menschengemachte Erderwärmung existiere nicht. Wie man in Kauf nimmt, dass ein Monument wie der Grosse Aletschgletscher im Jahr 2100 verschwunden sein wird, sich aber dennoch als Patriot bezeichnet.

Der Schwyzer Umweltrat ruft zum Handeln auf: Gelingt es uns und der Weltgemeinschaft, die Erderwärmung auf maximal 2 Grad zu beschränken (Stichwort Pariser Klimaabkommen), wäre der Grosse Aletschgletscher gemäss ETH-Studie 2100 «nur» um die Hälfte geschmolzen und der Konkordiaplatz wie heute ein Eis- und nicht ein Felsplateau.

Glaubt jemand wirklich, wir könnten uns einfach zurücklehnen und nichts tun? Diese Haltung wäre für unser reiches Land moralisch verwerflich. Das CO2-Gesetz ist unser Beitrag an die weltweit angelaufene Klimarettung. Unser heute nötiger Beitrag an künftige Generationen. Und vor allem: Nach Ansicht aller Schwyzer Parteien von FDP, GLP, Mitte, Grüne bis SP, der Gewerkschaften (und entgegen der Schreckens-Szenarien von HEV und Erdöl-Lobby) ist das CO2-Gesetz für Firmen, Arbeitnehmende, Konsumenten und Mieterinnen finanziell durchaus tragbar. Falls wir jetzt nicht handeln, werden die Folgekosten mit Sicherheit viel höher sein!

Der Schwyzer Umweltrat mit seinen zehn kantonalen Schutzorganisationen empfiehlt, bevor es zu spät ist: Jetzt ein Ja zum CO2-Gesetz!

Vorstand Schwyzer Umweltrat

Jungparteien sagen Ja zum CO2-Gesetz

Die Junge Mitte Kanton Schwyz, die Junge Grünliberale Kanton Schwyz sowie die Juso Schwyz unterstützen geeint das CO2-Gesetz. Das Gesetz ist ein erstes Zeichen für eine nachhaltige Zukunft. Mittels Lenkungsabgaben und Anreizen sollen Menschen, welche sich klimafreundlich verhalten, profitieren und verschiedene nachhaltige Projekte finanziert werden. So wird beispielsweise das Gebäudesanierungsprogramm des Bundes verlängert sowie ausgebaut und die Forschung unterstützt. Der Klimafonds finanziert auch Anpassungsmassnahmen, um nicht mehr abwendbare Folgen des Klimawandels zu reduzieren. Davon profitieren vor allem Förster und Bauern, denn gerade ihre Schutzmassnahmen sind teils sehr teuer. Diese Massnahmen werden zukünftig aus Auktionserträgen des Emissionshandels und aus dem Klimafonds bezahlt, anstatt nur über die Steuern. Dies entlastet somit den Steuerzahler.

Das CO2-Gesetz rettet nicht die Welt, aber es verbessert sie ein bisschen. Wir sind uns bewusst, dass wir den Klimawandel mit diesem Gesetz nicht aufhalten können. Ein kleiner Schritt in die richtige Richtung ist jedoch besser, als keiner. Nur wenn die Schweiz die Versprechungen des Pariser Klimaabkommens selber einhalten kann, kann sie auch Druck auf andere Nationen ausüben.

Raphael Seunig (Junge Mitte) Jan Trachsler (Junge GLP) Nicolas Bürgler (Juso)

Bitte beachten

Beachten Sie,dass Leserbriefe, welche sich auf die Abstimmungsvorlagen des 13. Juni beziehen, letztmals am Dienstag, 8. Juni, veröffentlicht werden. In der letzten Ausgabe vor dem 13. Juni, am 11. Juni, werden keine Leserbriefe mehr veröffentlicht. Die Redaktion behält sich Ausnahmen vor. Danke für Ihre Kenntnisnahme. Redaktion Einsiedler Anzeiger

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