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Hoffnungsschimmer für Rothenthurm

Hoffnungsschimmer für Rothenthurm Hoffnungsschimmer für Rothenthurm
Der Bund prüft nun, ob die umstrittene Übertragungsleitung Steinen–Etzelwerk teilweise in den Boden verlegt werden könnte. JÜRG AUF

Der Bund prüft nun, ob die umstrittene Übertragungsleitung Steinen–Etzelwerk teilweise in den Boden verlegt werden könnte.

JÜRG AUF DER MAUR

«Das ist ein Hoffnungsschimmer. Es wäre schön, wenn es klappen würde.» Dies sagt der Rothenthurmer Gemeindepräsident Stefan Beeler. Grund: Der Bund scheint den Rothenthurmerinnen und Rothenthurmern etwas entgegenzukommen.

In der Antwort auf Fragen von SVP-Nationalrat Pirmin Schwander spricht das Departement von SP-Bundesrätin Simonetta Sommaruga nämlich erstmals von der Möglichkeit, einen Teil der umstrittenen neuen Übertragungsleitung zu verkabeln respektive unterirdisch zu führen. Bisher wurde dies von Sommarugas Departement strikte abgelehnt.

Rothenthurm gehört zu den prioritären Projekten Man habe die Frage der Verkabelung geprüft, heisst es in der Vorstossantwort. Sorgen bereiten dabei die Bahnstrom-Übertragungsleitungen der SOB. Solche Leitungen könnten nicht beliebig verkabelt werden, weil dann Probleme in Form von Schwingungen auftreten können.

Der Untersuchungsbericht zeige nun, dass «zumindest mittelfristig» Verkabelungen im Bahnstromnetz nur noch in sehr beschränktem Umfang möglich seien. Der Bund habe deshalb zwölf dringliche Projekte priorisiert. Und: «Die Ergebnisse zeigen, dass die Projekte ‹Steinen– Etzelwerk›, ‹Kallnach–Rohr›, ‹Raum Fribourg› und ‹Steinen– Rotkreuz› für eine Verkabelung prioritär sind.» Die Bewertung beruht dabei auf möglichen Konflikten mit Schutzzonen von nationaler Bedeutung oder mit Bauzonen sowie technischen Aspekten.

Das BAV weist Vorwurf der Befangenheit zurück Genau diese Kriterien scheint Rothenthurm nun auch in Bern zu erfüllen. Anders als die Bevölkerung vorschlug, sollte die Leitung bis jetzt nicht über die moorhaltigen Anhöhen, sondern durch besiedeltes Gebiet führen. Dagegen kündigten Gemeinderat und Bauernverband von Beginn an massiven Widerstand an. Durch die Strahlung seien nicht nur Tiere in den Ställen, sondern auch die Einwohner gefährdet, wird befürchtet.

Noch sind keine definitiven Entscheidungen gefallen. Doch inzwischen macht sich in Rothenthurm etwas Zuversicht breit. Das habe auch mit der geplanten Dorfumfahrung zu tun: «Wir haben erst letzte Woche in Bern vorgeschlagen, die künftige Baugrube für die Verlegung des Übertragungskabels zu prüfen», erklärt Beeler. Allerdings stehe hier eine Antwort noch aus.

Sicher ist: Das Bundesamt hält sich nicht für «befangen», wie dies Schwander in seinem Vorstoss in den Raum stellte. Er wollte wissen, ob das Bundesamt für Verkehr (BAV) bereit sei, sich durch eine «neutrale und unabhängige Stelle» ersetzen zu lassen. Da folgte ein klares Nein aus Bern: Es bestehe kein Grund, «weshalb das BAV als gesetzlich festgelegte Genehmigungsbehörde durch eine andere Stelle ersetzt werden sollte ». Die zuständigen Fachämter, das BAV und das Bundesamt für Energie seien «nicht befangen».

Der Widerstand in Rothenthurm gegen die neue Stromleitung scheint zu greifen: Jetzt prüft der Bund auch eine Alternative.

Foto: zvg

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