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Unteriberg und Oberiberg suchen einen neuen Bike-Wander-Weg

Unteriberg und Oberiberg suchen  einen neuen Bike-Wander-Weg Unteriberg und Oberiberg suchen  einen neuen Bike-Wander-Weg
Biker müssen auf die Hauptstrasse ausweichen, wenn sie von Unteriberg nach Oberiberg fahren wollen. Ein Projekt verspricht eine neue Route.

Biker müssen auf die Hauptstrasse ausweichen, wenn sie von Unteriberg nach Oberiberg fahren wollen. Ein Projekt verspricht eine neue Route.

VICTOR KÄLIN

Nicht erst seit dem Leserbrief («Gedanken zum Tourismus in Unteriberg », EA 38/21) ist der Wanderweg Bodenweid–Leh zwischen der Waag in Unteriberg und der Kirche in Oberiberg ins Gerede gekommen. Ursprünglich wurden die Weidetore und die Personendurchgänge montiert, weil Wanderer und Velofahrer des öftern jene Drähte nicht wieder geschlossen haben, welche die Hauptstrasse von Viehtriebweg und Bewirtschaftungsfläche trennen. Der Durchgang ist auch weiterhin möglich; Zweiräder müssen aus Sicherheitsgründen jedoch geschoben werden.

«Das Risiko ist zu gross»

Der Weg, der im Grundbuch als Viehtrieb eingetragen ist, wurde im Jahr 2008 offiziell zum Hauptwanderweg. «Dies ist ohne unser Wissen und Einverständnis geschehen», sagt der davon betroffene Landwirt Erich Marty. Trotz Nachfrage bei der Gemeinde «haben wir den Grund bis heute nicht erfahren». Zuvor verlief der Hauptwanderweg über das Däslig ins Leh und von dort weiter zur Kirche Oberiberg.

Marty trägt aufgrund der privaten Unterhaltspflicht nicht nur sämtliche Wegkosten, sondern haftet mindestens zu Teilen für jeden Unfall, der sich auf seinem Grund und Boden ereignet. Da der Hof unter anderem mit Mutterkühen bewirtschaftet wird, «kann und will ich dieses Risiko nicht eingehen». Marty betont, dass der Weg der Bewirtschaftung der Liegenschaft dient und für keinen anderen Zweck von ihm erbaut wurde.

«Es geht darum, sichere Varianten zu nutzen, wo sich die Möglichkeiten ergeben. Wanderer und Biker sollen weder durch Bewirtschaftungsflächen, noch durch Viehherden laufen oder fahren müssen. So können wir Unfälle vermeiden.» Ein ambitioniertes Projekt

Eine solche Lösung ist mindestens auf dem Papier bereits vorhanden. Es handelt sich um einen neuen Bike- und Wanderweg, der durchs benachbarte Leetobel führen soll. Die Bauplanauflage des Projektes ist in diesem Frühjahr erfolgt und hat keine Einsprachen nach sich gezogen. Die Baubewilligung liegt aber noch nicht vor, wie Rolf Dettling (Unteriberg) auf Anfrage erklärt. Zusammen mit Präsident Alois Reichmuth setzt sich Dettling im Auftrag der Ferien- und Sportregion Ybrig an vorderster Front für die Realisierung dieses rund 700 Meter langen Gemeinschaftsprojektes ein.

Es ist ein baulich und finanziell ambitioniertes Vorhaben. Die Topografie im Leetobel ist aufgrund des Baches anspruchsvoll. Auf einigen Abschnitten existiert zwar eine Baupiste, welche die Wuhrkorporation Waag vor rund 50 Jahren erstellte. Doch diese ist ebenso in die Jahre gekommen wie einige Verbauungen selbst. Und so sollen zusammen mit dem Neubau des Weges im gleichen Arbeitsschritt auch die Bachsperren saniert werden.

Die Ferien- und Sportregion Ybrig rechnet mit Kosten von 165’000 Franken. Geld- oder Materialzusicherungen der Gemeinden Oberiberg und Unteriberg, der Wuhrgenossenschaft Waagbach, der Ferien- und Sportregion Ybrig, des kantonalen Tiefbauamtes sowie des Vereins Iron Bike Race Einsiedeln liegen vor. «Dennoch fehlen uns derzeit noch etwa 30’000 bis 40’000 Franken», rechnet Rolf Dettling zusammen. Er hofft, die fehlende Summe durch einige noch pendente Gesuche decken zu können.

Bereits fürs Iron Bike Race?

Und ebenfalls hofft Dettling, dass das für Mitte Juni angesetzte Treffen mit den zuständigen kantonalen Ämtern die letzten offenen Fragen vor allem zu Wegverlauf und Hangsicherung klären wird. «Es wäre toll, wenn wir danach grünes Licht hätten.» Als unerschütterlicher Optimist träumt Rolf Dettling davon, den neuen Weg Ende September 2021 bereits dem Iron Bike Race zur Verfügung stellen zu können: «Das ist sehr sportlich und nur möglich, wenn wir die Bewilligung umgehend erhalten, das Wetter mitspielt und die Bauunternehmung gerade Zeit hat.» Ansonsten wird es halt 2022.

«Den neuen Weg finde ich sensationell», ist Dettling schon heute voll des Lobes. Aus Sicht der Ferien- und Sportregion Ybrig sei diese ganzjährige Wegverbindung zwischen Unteriberg und Oberiberg «sehr wichtig», betont er. Er lobt die gute Zusammenarbeit der vielen Partner, welche an diesem Projekt beteiligt sind: «Und ich hoffe, dass wir dereinst auf das Gemeinschaftswerk zurückblicken und sagen können: Da haben wir miteinander etwas Gutes gemacht.»

Blau eingezeichnet ist der Bach im Leetobel, rot der geplante Bike-Wander-Weg. Plan: zvg

Der neue Weg soll durch das Leetobel führen. Dieses ist teilweise durch einen Maschinenweg erschlossen.

Foto: Rolf Dettling

Absteigen und schieben: So präsentiert sich von Oberiberg aus die Situation zwischen den Ybriger Gemeinden. Foto: Konrad Schuler

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