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Bibliothek als Amphibienbrutstätte

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Im Garten der Bibliothek Werner Oechslin tummeln sich unzählige Kaulquappen und Molche, obwohl es dort kein natürliches Gewässer gibt. lsc.

Im Garten der Bibliothek Werner Oechslin tummeln sich unzählige Kaulquappen und Molche, obwohl es dort kein natürliches Gewässer gibt.

lsc. In so manchem Tümpel unserer Region sind aktuell zahlreiche kleine schwarze schwimmende Pünktchen zu beobachten. Es sind Kaulquappen, die sich in rund zehn Wochen zu Fröschen oder zu Kröten entwickeln werden.

Im Garten der Bibliothek Werner Oechslin befindet sich ein kleiner Brunnen, der etwa 30 Zentimeter tief ist. Hier tummeln sich Abertausende Kaulquappen und knabbern alles an, was ihnen vor die «Nase» kommt. Dabei geniessen sie nicht nur Algen, sondern auch Aas – die kleinen Tierchen fressen Kröten, welche im Brunnen gestorben sind.

Nebst den Kaulquappen scheint das Plätzchen im Bibliotheksgarten auch den Bergmolchen zu gefallen; die Schwanzlurche, welche in unserer Region am häufigsten vorkommen, sind bei dem seichten Wasser bestens zu beobachten. Viele Frosch-Kaulquappen scheint es daher im Wasser nicht mehr zu haben, denn die Molche essen mit Vorliebe Froschlaich und Frosch-Kaulquappen. Krötenlaich, der in Schnüren abgelegt wird, steht nicht auf dem Speiseplan der Molche, dieser enthält nämlich Bitterstoffe.

Damit die Tiere den Brunnen auch wieder verlassen können, sobald sie den Laich abgelegt haben beziehungsweise ihre Metamorphose abgeschlossen ist, hat Werner Oechslin ein paar Äste als Land-Wasser-Brücke hineingelegt. Mehr möchte er jedoch nicht in die Natur eingreifen.

Eines ist sicher: Im nächsten Frühling wird es vor der Bibliothek Werner Oechslin wieder ein lautstarkes Quak-Konzert geben, und das Naturspektakel im unnatürlichen Gewässer beginnt von vorne.

Umgeben von unzähligen Kaulquappen machen es sich die Bergmolche (links ein Weibchen und rechts zwei Männchen) im Bibliotheksgarten gemütlich.

Fotos: Lukas Schumacher

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