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«Steuerentscheid der G7 ist ein Ärgernis»

Die wichtigsten Wirtschaftsstaaten einigten sich auf einen Einheitssatz – das hat Auswirkungen auf den Kanton Schwyz. Mitg. Über das Wochenende

Die wichtigsten Wirtschaftsstaaten einigten sich auf einen Einheitssatz – das hat Auswirkungen auf den Kanton Schwyz.

Mitg. Über das Wochenende platzte eine eigentliche Bombe: Bei ihrer letzten Zusammenkunft einigten sich die G7-Staaten in London darauf, dass Unternehmen künftig mindestens zu einem Satz von 15 Prozent besteuert werden sollen. Das könnte auch Auswirkungen auf den Kanton Schwyz haben, der die Unternehmen derzeit zu 14,06 Prozent, also deutlich tiefer, besteuert.

Das lässt den Schwyzer Finanzdirektor Kaspar Michel nicht kalt: «Sollte der Mindestsatz von 15 Prozent tatsächlich internationaler Standard werden, so hätte das gegebenenfalls konkrete Auswirkungen auf Unternehmungen im Kanton Schwyz», stellt der Finanzdirektor klar.

Noch sind viele offene Fragen zu klären Vor allem betroffen wären laut FDP-Regierungsrat Michel jene Unternehmen im Kanton Schwyz, die in den steuerlich attraktiven Gemeinden angesiedelt seien.

Den Teufel an die Wand malen, will Michel dennoch nicht: Zuerst müssten die Details bekannt sein, zum Beispiel auch die möglichen Kompensationsmassnahmen und die Zielsetzungen, um die effektiven Auswirkungen beurteilen zu können.

«Der Erhalt einer wettbewerbsfähigen Unternehmenslandschaft bleibt wichtig», argumentiert Michel. Das gelte auch, wenn wie im Kanton Schwyz die Erträge aus der Unternehmenssteuer im Vergleich zu jenen der natürlichen Personen viel kleiner seien.

Dazu gehöre auch eine attraktive Besteuerung. Mit über vierzig Millionen Franken Einnahmen aus den direkten Steuern der juristischen Personen würden die Unternehmungen einen wesentlichen Beitrag an den Staatshaushalt leisten. «Zudem hängen damit Arbeitsplätze zusammen », ergänzt er.

Noch seien viele Fragen offen. «Der Bund wird zusammen mit den Kantonen die Situation beurteilen und mögliche Massnahmen evaluieren», sagt Kaspar Michel. Die Umsetzung liege dann aber bei den Kantonen. «Ganz grundsätzlich ist der Entscheid der G7-Länder aus staatspolitischer Sicht ein grosses Ärgernis», verschafft sich Michel etwas Luft.

Das letzte Wort ist wohl noch nicht gesprochen

Grund für seinen Unmut: «Unter dem Titel internationaler Steuergerechtigkeit suchen diese plump nach Möglichkeiten, ihre überstrapazierten oder bereits klammen Staatskassen zu füllen. Das war zu erwarten.» Es werde sich zeigen, «ob letztlich die Suppe so heiss gegessen wird, wie sie nun angerichtet ist», fügt der Finanzdirektor an. Zu den G7-Staaten gehören neben Frankreich, Deutschland und Italien auch Japan, Kanada, das Vereinigte Königreich und die USA.

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