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Zunahme der Wolfsrudel nun deutlich erkennbar

Das kantonale Amt für Wald und Natur pupliziert einen Situationsbericht über den Stand und die Entwicklung der Wölfe. Jährlich werden wieder

Das kantonale Amt für Wald und Natur pupliziert einen Situationsbericht über den Stand und die Entwicklung der Wölfe. Jährlich werden wieder mehr Wolfssichtungen gemeldet.

JOHANNA MÄCHLER

Seit dem Jahr 2016 hält das Amt für Wald und Natur die Bewegungen der Grossraubtiere fest. Soeben liegt der Lagebericht aus dem 2020 vor, der die Entwicklungen aufzeigt: Im Jahr 2017 gab es vier Rudel (Calanda (GR), Morabbia (TI), Augstbord und Val d’Hérens (VS)).

Im Verlauf des Sommers 2019 wurde eine Verdoppelung auf acht Rudel nachgewiesen in Beverin (GR), Chablais (Genfersee), Marchairuz (VD) und Val Gronda (GR).

Im Jahr 2020 nun kamen drei Rudel dazu: Schilt (GL), Stagias und Muchetta (GR). In der ganzen Schweiz wurden vom Oktober 2018 bis September 2020 insgesamt 87 Wölfe (37 Weibchen und fünfzig Männchen) genetisch individuell identifiziert.

Auch im Kanton Schwyz halten sich Wölfe auf Selbst ein Laie kann den Schluss ziehen, dass die Wölfe in der Schweiz angekommen sind und sich nachweislich auch im Kanton Schwyz aufhalten.

Was Manuel Wyss von der Abteilung Jagd und Wildtiere präzisiert: «Es ist nur eine Frage der Zeit, bis es auch im Kanton Schwyz ein Rudel gibt.» Wie schnell dies gehe, könne niemand sagen, spekulieren wolle er nicht. «Die Besiedelung findet statt. Man kann sagen, dass der Wolf nicht mehr etwas Spezielles ist.» 200 bis 250 Quadratkilometer Streifgebiet Dass der Wolf hier geblieben ist, liegt am Nahrungsangebot in den Wäldern sowie wenig besiedelten Waldgebieten. 200 bis 250 Quadratkilometer gross ist das Streifgebiet.

Doch obwohl das Tier scheu ist und sich vorwiegend von Rotwild ernährt, gerät es auf der Nahrungssuche auch in besiedelte Gebiete.

Die Problematik ist bekannt, dass Wölfe Schafe reissen, was präventive Schutzmassnahmen wie SMS-Wolfsalarm, Notfallset für Herdenschutz und Beratungsangebote nötig machten.

Bei einem Schadenfall wird der Landwirt finanziell entschädigt. Dabei sei Tatsache: «Es wird weitere Risse geben. Sein Vorkommen wird häufiger nachgewiesen werden und auch die Bevölkerung muss jederzeit damit rechnen, irgendwo einen Wolf zu sehen», so Wyss.

Jeder Vorfall und jede Beobachtung wird vom Amt für Wald und Natur, Abteilung Jagd und Wildtiere, erfasst.

Wolf tappt selten in Fotofalle

Daraus lassen sich weitere Erkenntnisse, wie Kostenfolge von Einsätzen und Arbeitszeiten sowie Entschädigung ablesen. Die Bestandesaufnahme soll im Weiteren zum möglichst konfliktlosen Nebeneinander von Mensch und Tier beitragen – wie dies in anderen Ländern auch der Fall ist.

Offensichtlich führte bis anhin die Präsenz des Wolfes zu keiner Schmälerung des Wildbestandes und des Jagderfolges, ist im Situationsbericht weiter zu lesen: Im Jahr 2020 waren insgesamt 110 Fotofallen im Einsatz, davon etwa achtzig für das Rothirschmonitoring. Sie wurden regelmässig überprüft. Keine dieser Kameras erfasste im Jahr 2020 einen Wolf.

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