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Zwei Covid-Fälle zwangen die Studentenmusik zum Abbruch der Reise

Zwei Covid-Fälle zwangen die  Studentenmusik zum Abbruch der Reise Zwei Covid-Fälle zwangen die  Studentenmusik zum Abbruch der Reise
Aller Vorsichtsmassnahmen zum Trotz hat das Coronavirus die Studentenmusik erreicht. Die Reise in die Westschweiz entdete somit abrupt. LUKAS

Aller Vorsichtsmassnahmen zum Trotz hat das Coronavirus die Studentenmusik erreicht. Die Reise in die Westschweiz entdete somit abrupt.

LUKAS MEISTER

Nachdem im vergangenen Jahr wegen des Lockdowns sowohl die Reise der Studentenmusik als auch das Laetarekonzert 2020 kurzfristig abgesagt werden mussten, war das Bedürfnis gross, dass diese beiden Anlässe mit vielen Jahrzehnten Tradition wieder stattfinden konnten. Erstaunlich ist, dass der Probenbetrieb im laufenden Schuljahr gar nie unterbrochen werden musste. Zwar wurde teilweise nur mit maximal 15 Personen pro Probe gearbeitet, aber jede Probe durfte gemäss den kantonalen schulischen Schutzkonzepte stattfinden.

Ins Ausland? Unmöglich`

Schwieriger gestaltet sich dann die Organisation der traditionell ins Ausland führenden Reise der Studentenmusik in den Frühlingsferien. Unter Einhaltung der zu diesem Zeitpunkt geltenden Vorgaben für den Bereich Jugendmusik konnte Stiftskapellmeister Lukas Meister, der Leiter der Studentenmusik, zwar eine Lagerwoche durchführen, allerdings waren die Covid-19-Einschränkungen ausserhalb der Schweiz so gravierend, dass nur eine Reise innerhalb der Schweizer Grenzen infrage kam.

So machte sich die Studentenmusik am 1. Mai – wie immer per Car, dieses Mal aber zusätzlich mit der Erleichterung, als gesamte Gruppe negativ getestet zu sein – auf den Weg und besichtigte das schöne Städtchen Fribourg, bevor es dann zum Zielort Lausanne weiter ging. Den zweiten Tag verbrachte die Gruppe in Genf und genoss das pulsierende Flair dieser internationalsten aller Schweizer Städte. Der dritte Tag war wohl einer der schönsten und gelungensten einer Musik-Reise überhaupt: Von einer Besichtigung des Schlosses Chillon mit anschliessendem Flanieren an den Gestaden des Genfersees bei bestem Wetter, über ein Platzkonzert vor dem grössten Hotel in Montreux und einigen zauberhaften Stunden in den Weinbergen des Lavaux bis zum abendlichen stimmungsvollen Ausgang in Lausanne-Ouchy war der Tag einfach perfekt.

Zwei positive Resultate!

Doch am nächsten Morgen bahnte sich unversehens und in Windeseile das dicke Ende an: Beim turnusmässigen Covid- 19-Selbsttest aller Teilnehmenden gab es zwei positive Resultate. Alle Vorsichtsmassnahmen, Testungen und Schutzkonzepte hatten nicht verhindern können, dass die Studentenmusik von Corona getroffen wurde. Als sich diese Testresultate bestätigten und weitere Ansteckungen absehbar wurden, musste die Reise einen Tag später abrupt beendet werden.

Zwar konnten einige Maturandinnen und Maturanden die restliche Zeit noch in Lausanne verbringen und geniessen, aber leider wird die diesjährige Reise durch diese erzwungene frühe Rückkehr als eine der kürzesten in die Annalen eingehen.

Und trotzdem: Das frühzeitige Erkennen und Einschränken der Ansteckungen durch die regelmässigen Tests und die milden Krankheitsverläufe lassen den Schicksalsschlag, mit Corona getroffen worden zu sein, im Nachhinein als weniger gravierend erscheinen, als es sich im Moment anfühlte. Auch wird der Wert der erlebten Gemeinschaft und der wunderschönen und harmonischen Tage insbesondere nach den vielen Einschränkungen der Pandemie für die Beteiligten und Betroffenen im Nachhinein durchwegs höher gewichtet, als die Nachteile, die dafür in Kauf genommen werden mussten. Die Reise wird aus verschiedenen Gründen unvergesslich bleiben. Und auch wenn es wirklich ausgesprochenes Pech war, dass Corona ausgebrochen ist, so bleibt doch kein schlechtes Gefühl zurück. Denn es wurde alles dafür getan, den Jugendlichen unvergessliche Erlebnisse für ihre Lebenserfahrung zu ermöglichen. Das Risiko war allen bekannt. Die Vorgaben wurden eingehalten.

Und die aufgrund vorgeschriebener Quarantäne notwendigen Änderungen der Ferienplanung waren im Verhältnis dazu, was der Pandemie sonst schon alles geopfert werden musste, keine allzu grosse Sache. Die jugendlichen Musikantinnen und Musikanten durften einige Tage unbeschwerter und ungezwungener Lebensfreude geniessen. Gott sei Dank.

Ein Ständchen in Montreux. Foto: Samuel Tanner

Aussichtspunkt bei Chexbres im Lavaux. Foto: Lukas Meister

Die beiden Einsiedler Waldhornisten Noah Camenzind und Matteo Erny in Montreux.

Foto: Samuel Tanner

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