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Ein Rückbau wird diskutiert

Ein Rückbau wird diskutiert Ein Rückbau wird diskutiert
Beratungen über den illegal erstellten Alpweg auf Zwüschet Mythen Eine Begehung mit der Gemeinde Schwyz und kantonalen Ämtern zeigt das

Beratungen über den illegal erstellten Alpweg auf Zwüschet Mythen

Eine Begehung mit der Gemeinde Schwyz und kantonalen Ämtern zeigt das Ausmass des illegalen Alpweges Zwüschet Mythen.

ERHARD GICK

Am letzten Freitag war Alpauffahrt auf der Alp Zwüschet Mythen. Nach einem eher langen Winter, dessen Auswirkungen bis tief in den Monat Juni hinein spürbar waren, geht das Leben jetzt seinen normalen Gang. Könnte man denken, wenn da nicht diese Ende 2020 illegal erstellte Waldstrasse von der Alp bis zum Zwüschet-Mythen- Kreuz wäre. Fragt man den Älpler Robert Suter, verdreht dieser nur die Augen und sagt: «Dazu sage ich nichts. Ich konzentriere mich jetzt auf den Alpsommer. »

Kopfzerbrechen, wie diese Narbe beseitigt werden kann

Wie aber soll die Narbe in der vorher intakten Natur beseitigt werden? Darüber zerbrechen sich verschiedene Ämter den Kopf. «Am 8. Juni hat eine Begehung mit einem Augenschein im Gebiet stattgefunden», bestätigt Josef Sommerhalder vom Bauamt der Gemeinde Schwyz. Dabei wurde der Ist-Zustand des illegalen Weges aufgenommen und «die Sistierung des Baugesuchs auf der Gemeinde Schwyz aufgehoben». Damit sei der Weg frei, eine Lösung auf Zwüschet Mythen anzupeilen. Die Genossame kann dazu ein Baugesuch einreichen, mit einer möglichen Projektänderung.

Renaturierung wird gefordert, aber nicht bestätigt Bei der Begehung auf der Alp waren Umweltverbände, das kantonale Amt für Wald und Natur sowie das kantonale Amt für Raumentwicklung nebst Gemeindeund weiteren Interessenvertretern anwesend. Philipp Gerber, stellvertretender Amtsvorsteher im Amt für Wald und Natur, bestätigt, dass die Begehung stattgefunden hat. «Es handelt sich um ein laufendes Verfahren.» Weitere Stellungnahmen will er deshalb nicht abgeben.

Wie der «Bote der Urschweiz» berichtete, sei aus dem Umfeld bekannt, dass es das Ziel ist, den Urzustand durch Renaturierung wiederherzustellen.

Der Weg befindet sich im Jagdbanngebiet Fakt ist, dass die Genossame Schwyz, auf deren Hoheitsgebiet die Strasse liegt, über den eigenmächtigen Bau orientiert war. Der Alpbewirtschafter hat die Strasse in deren Auftrag mit einem einheimischen Unternehmer gebaut. Diese Strasse stellt in mehrfacher Hinsicht einen massiven Eingriff in eine intakte Natur dar. Einerseits war der Abschnitt bisher mit einem idyllischen Bergwanderweg erschlossen, absolut verträglich für einen Weg durchs Jagdbanngebiet zwischen Kleinem und Grossem Mythen. Andererseits war es ein Bergwanderweg mit historischem Charakter. Dieser ist jetzt durch die eingesetzten Maschinen zerstört worden. Erschwerend kommt dazu, dass sich der Weg im eidgenössischen Jagdbanngebiet befindet.

Die Genossame Schwyz hat den Wanderweg von der Alp Zwüschet Mythen bis Zwüschet-Mythen-Kreuz illegal zu einem Alp-Bewirtschaftungsweg ausgebaut. Für Wanderer ist die Idylle vorbei. Foto: Erhard Gick

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