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Bericht des Architekten

Bericht des Architekten Bericht des Architekten
Am Rande des nationalen Moorschutzperimeters steht das Pfadihaus Rothenthurm – ein funktionaler Bau in Anlehnung der typischen Ortsbauweise.

Am Rande des nationalen Moorschutzperimeters steht das Pfadihaus Rothenthurm – ein funktionaler Bau in Anlehnung der typischen Ortsbauweise. Das Sockelgeschoss ist in massivbauweise und die beiden darüberliegenden Geschosse in holzbauweise erstellt. Die Materialisierung zeigt sich an den Aussenwänden, den Decken und der Fassade wieder. Die Geschossdecke im Holzbau ist als Holz-Beton-Verbunddecke ausgeführt, welche einerseits ein wichtiger Wärmespeicher im Winter ist und andererseits den Schallschutz optimiert. Das Dach ist als klassisches Satteldach ausgeführt. Die Innenwände sind zum Brandschutz mit Gipsplatten verkleidet. Im Übrigen sind die Materialien möglichst auf das Rohmaterial reduziert. Geheizt wird das Haus mittels Fernwärme der lokalen Holzschnitzelheizung der Oberallmeindkorporation Schwyz (OAK). Auch die Warmwasseraufbereitung ist an diese gekoppelt. Die unabhängige Dreifachnutzung mit Lagerhaus, Pfadi und Finnenloipe ist von zentraler Bedeutung. So haben alle Nutzer separate Zugänge und sind räumlich voneinander getrennt. Der Hauptanteil der oberen zwei Geschosse (rund

2/3 des Gebäudes) ist als Lagerhaus für Gruppen mietbar und bietet 48 Personen einen Schlafplatz. Das Erdgeschoss ist hindernisfrei erstellt und enthält ein rollstuhlgängiges 2er-Zimmer. Im Dachgeschoss befinden sich zwei 2er-Zimmer, ein 6er-Zimmer, drei 8er-Zimmer und ein 12er-Zimmer. Eine vollausgestattete Gastroküche für 80 Personen runden das Angebot im Haus ab. Durch die grossen Fenster wird von jedem Raum einen Blick in die wunderbare Natur ermöglicht. Die Umgebungsgestaltung ist naturnah ausformuliert, wobei die Spielwiese und die Grillarena bergseits des Hauses zentrale Elemente für den Lagerhausbetrieb der Jugendlichen darstellen.

Freiwillige Helfer

Auch dank den zahlreichen, freiwilligen Helferstunden am Bau (es waren über 1’000 Stunden Frondienst der Handwerker) konnte das Projekt in diesem Ausmass erstellt werden. Neben sämtlichen Stromerarbeiten (inklusive Elektroplanung) stechen die Mithilfe der Umgebungsarbeiten, Einzäunung des Grundstücks und Hilfsarbeiten beim Isolieren, Holzbehandlung und der Reinigung hervor. Auch die Planung des Hauses wurde grösstenteils ehrenamtlich oder durch Sponsoring ermöglicht.

Optimale Bauphase Im März 2020 konnte mit dem Bau begonnen werden, um das klare Terminziel (Bezug Ende 2020) zu erreichen. Hierfür bedingte es einen reibungslosen Bauablauf und klare Koordination mit den Handwerkern sowie den freiwilligen Helfern. Mitte Juni waren die Betonarbeiten abgeschlossen, sodass Ende Juni der Holzbau mit den einheimischen Schuler-Blockholzplatten bei Wetterglück aufgerichtet werden konnte. Kurze Zeit später war das Gebäude dank dem Einbau der Fenster und Türen sowie der Dacheindeckung wasserdicht. Vor den Sommerferien wurde der Beton der Holzbeton-Verbunddecke im Dachgeschoss eingebracht. Anschliessend konnte mit dem Innenausbau gestartet werden. Gleichzeitig wurden die Umgebungsarbeiten ausgeführt und so weit als möglich vor dem Winter abgeschlossen. Auch diese Arbeiten gingen reibungslos vonstatten, dadurch konnten bis Ende November alle Bauarbeiten termingerecht und unfallfrei fertiggestellt werden. Die marktüblichen Baukosten des Lagerhauses belaufen sich auf CHF 1.69 Mio. Dank zahlreichen Eigenleistungen sowie Materialsponsorings und gutem Willen sämtlicher am Bau beteiligten Unternehmern, konnte das Finanzierungsziel der Bauherrschaft von CHF 1.45 Mio. eingehalten werden. Ein herzlicher Dank gilt allen beteiligten Unternehmern und freiwilligen Helfern, auch für die Bereitschaft, zur Jugendförderung beizutragen und dieses Projekt mit Herzblut zu unterstützen. Sascha Schuler Architekt

Einzigartige Blicke in die Natur sind aus den Schlafzimmern zu erhaschen.

Eingebettet in einzigartiger Landschaft, mit klassischem Sockelgeschoss in Beton und Hauptbau in Holz.

Natürliche Oberflächen im Innern des Hauses.

Lichtdurchflutet und grosszügig ist der Eingangsbereich mit Garderobe und Treppe ausformuliert.

Schlicht und neutral ausgestaltet sind die Innenräume: Die Farbigkeit werden die Nutzer mit ihrer Ausrüstung ins Haus bringen.

Die Sanitärräume sind mit leichten Farbakzenten ausgekleidet.

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