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«Ich hoffe, dass ich mein Niveau halten konnte»

«Ich hoffe, dass ich mein  Niveau halten konnte» «Ich hoffe, dass ich mein  Niveau halten konnte»
Zum Saisonauftakt der Kranzfeste in der Innerschweiz wird morgen in Ibach der Stoos-Schwinget ausgetragen. Der zweifache Sieger Christian Schuler

Zum Saisonauftakt der Kranzfeste in der Innerschweiz wird morgen in Ibach der Stoos-Schwinget ausgetragen. Der zweifache Sieger Christian Schuler steigt coronabedingt ohne Wettkampfpraxis in die Zwilchhosen.

WERNER SCHÖNBÄCHLER

Wie fühlen Sie sich nach einem Wettkampfunterbruch von 20 Monaten? Da ich mich nach dem Eidgenössischen 2019 für eine Fortsetzung meiner Laufbahn entschieden hatte, wollte ich trotz der Einschränkungen während der Coronapandemie unbedingt dranbleiben und habe viel trainiert. Ich fühle mich fit und für den Wettkampf bereit. Hat sich der Trainingsaufwand durch das beschränkte Schwingertraining reduziert? Der Aufwand ist mit einem täglichen Training gleich geblieben. Mein Betreuer Markus Dohm-Acker hat die Trainingspläne einfach anders gestaltet. Zusammen mit Markus Bisig habe ich diese umgesetzt. Weiter war Peter de Leur im therapeutischen Bereich auch während dieser Zeit eine wichtige Bezugsperson für mich. Morgen kommt es bei Ihrem ersten Schwingfest gleich zu einem Härtetest, gelten doch Bergklassiker als unbarmherzig, die keinen Fehler verzeihen. Was erwarten Sie? Es ist für mich schwierig einzuschätzen, was nach diesem langen Unterbruch passiert. Doch die anderen Schwinger sitzen im gleichen Boot. Ich werde einfach mein Bestes geben.

Sie haben diesen Anlass 2009 und 2016 gewonnen. Bergfeste scheinen Ihnen überhaupt zu behagen. Woran liegt das? Ich mag Bergfeste wegen der einzigartigen Atmosphäre ganz besonders. Es ist alles eng und wie in einem Hexenkessel. Weiter hat es viele gute Schwinger und ein Fachpublikum. Welches war Ihr bisher schönster Bergfestsieg? Neben dem Stoos konnte ich noch auf der Rigi 2010 und auf der Schwägalp 2011 den Sieg davontragen. Jeder Erfolg hat seine eigene Geschichte und ist speziell. Welches ist für Sie die bisher grösste Enttäuschung beim Schwingen? Das ist die Schlussgang-Niederlage am Unspunnen-Schwinget 2011 gegen Daniel Bösch in Interlaken. Da habe ich den Sieg an einem Fest mit eidgenössischem Charakter verpasst, was mir einige Zeit zu denken gab. Doch Niederlagen gehören zum Sport.

Sie haben bisher 96 Kränze gewonnen und klopfen an der Tür zum exklusiven Hunderterklub. Kommen diesbezüglich schon Gedanken auf? Nein, das versuche ich zu verdrängen, sonst kommt es nicht gut. Wenn ich gesund bleibe, könnte der Eintritt in diesen «Klub» diesen Sommer Tatsache werden.

An wie vielen Kranzfesten werden Sie in dieser Saison teilnehmen?

Neben den Festen in der Innerschweiz werde ich das Freiburger Kantonale Le Mouret besuchen. Eine Gästedelegation des Schwingklubs wurde eingeladen. Ein weiterer Höhepunkt ist der Brünigschwinget. Was haben Sie sich als Saisonziel gesetzt?

Ich will einfach gut schwingen und hoffe, dass ich das Niveau halten und ein paar Wörtchen an der Spitze mitreden kann. Weiter will ich mich für den Kilchberger Schwinget, den absoluten Saisonhöhepunkt, qualifizieren.

Haben Sie denn als erfahrener Schwinger irgendwelche Änderungen an Ihrer Schwingweise vorgenommen? Anhand von Videofilmen habe ich meine Schwächen analysiert und in den Trainings daran gearbeitet. Foto: zvg

Christian Schuler

Jahrgang: 1987 Wohnort: Rothenthurm Beruf: Marketing-Fachmann Hobbys: Eishockey, Fischen, Familie

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