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Als Tüftler mit Leidenschaft erfolgreich

Als Tüftler mit Leidenschaft erfolgreich Als Tüftler mit Leidenschaft erfolgreich
Franz Betschart stellt in Unteriberg hochqualitative Intarsien her Neben den in feinster Handwerkskunst produzierten Intarsien erfüllt der

Franz Betschart stellt in Unteriberg hochqualitative Intarsien her

Neben den in feinster Handwerkskunst produzierten Intarsien erfüllt der 54-Jährige als Restaurateur und Örgelibauer verschiedenste Kundenwünsche rund um das traditionelle Musikinstrument Schwyzerörgeli.

KONRAD SCHULER

Franz Betschart wurde im Zürcher Oberland geboren. Aufgewachsen ist er in Menzingen und auf dem Hirzel, wo er auch die Primarschule absolvierte. Danach begleitete Holz ihn stets auf seinem beruflichen Lebensweg. Die Lehre absolvierte er als Säger in Finstersee. Danach war er über einen längeren Zeitraum als Schreiner und Instrumentenbauer von Schwyzerörgeli unterwegs.

Mit Intarsien beschäftigt er sich seit 2004. Franz Betschart fertigte vorerst in seiner Freizeit über viele Jahre Intarsien an. In seinem Zuhause im Paradiesli in Unteriberg hat er sich eine Werkstatt eingerichtet. Als Örgelibauer und Restaurateur der traditionellen Musikinstrumente ist er seit 2016 tätig. Die Geschäfte liefen nach und nach so gut, dass er den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt hat. Seine Firma trägt den Namen Betschart Intarsien. Franz Betschart ist seit 1987 verheiratet und Vater von vier erwachsenen Kindern.

Hobby zum Beruf gemacht

Franz Betschart ist ein Tüftler mit grosser Leidenschaft. Was er heute im Bereich Intarsien und den diversen anderen Arbeiten rund ums Schwyzerörgeli zur vollen Zufriedenheit seiner Kundschaft produziert, hat er sich weitestgehend selbst angeeignet. Mit akribischer Feinarbeit und Handwerkskunst fertigt er seine Produkte an.

Zu seinem Kerngeschäft zählen die Intarsien. Daneben betätigt er sich als Restaurateur und Erbauer von Schwyzerörgeli. Auch Koffer für die traditionellen Instrumente werden auf Kundenwunsch angefertigt. Einlege- oder Dekorationsarbeit

Je nachdem, wo man nachschaut, werden unterschiedliche Definitionen für die von Franz Betschart ausgeführte Handwerkskunst verwendet. Ursprünglich handelt es sich wohl um eine uralte Handwerkskunst, die bis auf die Ägypter zurück geht. Ihre Anwendung finden Intarsien insbesondere bei der mannigfachen Verzierung von Instrumenten und Möbeln.

Andernorts ist zu lesen von einer Dekorationstechnik, bei der verschiedene farbliche Hölzer so in- oder aneinandergelegt werden, dass wieder eine ebene Fläche entsteht. Oder es ist zu lesen, dass Intarsie eine Einlegearbeit aus andersfarbigem Holz sei. Franz Betschart verwendet für seine Arbeit verschiedenfarbige Furniere. Die qualitative Hochwertigkeit seiner Produkte beginnt also schon bei der Auswahl des Grundmaterials, denn das Furnier wird bekanntlich oft als das «Filet des Baumes» bezeichnet, soll also heissen, dass das Furnier das beste Stück des Holzstammes ist.

Die Herstellung der traditionellen Verzierungen erfordert hochstehende Präzisionsarbeit im Millimeterbereich. Verschiedene Hölzer werden so aneinandergelegt, dass eine Fläche mit verschiedenfarbigen und abwechslungsreich strukturierten Formen entsteht. Zeichnung steht am Anfang

Zu Beginn jeder Arbeit fertigt Franz Betschart eine Zeichnung an. Die Zeichnung ist zehnfach vergrössert und ist einem Pixelbild ähnlich. Ein Pixel hat die Grösse von 0,6 mal 0,6 Millimeter. Viel Geduld und Sorgfalt sind also vonnöten.

Aus dem Grundmaterial des Furniers entstehen Stäbe. Diese werden fein säuberlich sortiert und verleimt. Danach werden die Intarsienleisten geschnitten. Wenn Franz Betschart sie nicht für die Verzierung von selbst gebauten Schwyzerörgeli oder von restaurierten Schwyzerörgeli benötigt, verkauft er diese Intarsienleisten in Bündeln von jeweils hundert Stück. Die mit bunten Mustern und Mosaiken versehenen Intarsienleisten sind nur acht Millimeter breit und nicht einmal einen Millimeter hoch. Die sehenswerten Endergebnisse sind echte Kunstwerke. Schwyzerörgeli in Eigenbau

Bei der Produktion von Schwyzerörgeli beginnt Franz Betschart mit dem Zuschneiden des Holzes. Danach wird der Balgrahmen angefertigt. Ein weiterer Arbeitsschritt ist der Einbau der Bassmechanik. Die Einzelanfertigungen erfolgen meist auf separaten Kundenwunsch. Dasselbe gilt für die Restauration der traditionellen Musikinstrumente.

«Ob ich in der Schweiz die uralte Handwerkskunst der Intarsien so noch als einzige Person ausübe, entzieht sich meiner Kenntnis», führt der leidenschaftliche und bescheidene Tüftler aus Unteriberg aus.

Franz Betschart stellt Schwyzerörgeli im Eigenbau auf Kundenwünsche her. Dabei werden sämtliche Arbeiten beim Balgrahmen und bei der Bassmechanik fein säuberlich von Hand erledigt.

Die im Eigenbau produzierten Schwyzerörgeli werden von Franz Betschart bespielt und auf ihre Tauglichkeit hin geprüft.

Beim Örgelibau kommen Franz Betschart seine Erfahrungen als Schreiner natürlich entgegen.

Nachdem die Stäbchen in sorgfältigster Kleinarbeit minutiös eingereiht sind, verschafft ein Kontrollblick erste Genugtuung.

Die von Franz Betschart produzierten Intarsienstreifen werden in Bündeln zu hundert Stück verkauft oder in die restaurierten oder neu hergestellten Schwyzerörgeli eingebaut (links). Furniere in diversen Farben bilden das Grundmaterial für die Herstellung von Intarsien (rechts).

Fotos: Konrad Schuler

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