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Kulturspaziergang durch Unteriberg

«Wir hatten nichts, aber wir hatten ein wunderbares Verhältnis untereinander. » So begann ein Rundgang durch das Dorf Unteriberg, zu dem

«Wir hatten nichts, aber wir hatten ein wunderbares Verhältnis untereinander. » So begann ein Rundgang durch das Dorf Unteriberg, zu dem der Verein Kultur Ybrig eingeladen hatte.

Mitg. Kurt Fässler, der bald 90 wird, erzählte während fast zweier Stunden vom Dorfleben, über Menschen und Häuser. Knapp 20 Personen waren am Spaziergang bei herrlichem Wetter dabei und ergänzten die interessanten und lustigen Geschichten mit ihren persönlichen Erinnerungen und Anekdoten.

Nach einer kurzen Begrüssung und Einführung im «Rössli-Garten » begann der Rundgang mit der ersten Station beim Restaurant Schäfli und der Familie Ott, wo sich früher auch das Salzlager des Dorfes befand. Nicht nur an diesem Ort spielte Musik eine wichtige Rolle im Leben der Ybriger, das zeigte sich auch in den Geschichten der Familien Lüönd, Föhn, Reichmuth, Holdener, Fässler und anderer mehr. Zur Sprache kamen dabei immer auch Wissenswertes und Lustiges von anno dazumal. Natürlich durften Erzählungen über den langjährigen Dorfpfarrer Eberle oder den «Geistheiler» Gemeindeschreibers Xaveri ebenso wenig fehlen wie über die Musikantenfamilie Reichmuth (Schwyzerhöfli), deren Söhne nach Amerika auswanderten und dort sehr erfolgreich waren.

Lehrer und Filialleiter

Eine Erinnerung an Kurt Fässlers Schulzeit, die 1938 begann, veranschaulichte die wirtschaftliche Situation der Menschen. Lehrer Bruhin, der damals offenbar ein Jahresgehalt von 1000 Franken hatte, führte gleichzeitig noch eine «Ablage» der Kantonalbank. Dieser Nebenjob wurde ebenfalls mit 1000 Franken honoriert, was ihn damals überhaupt motivierte, von Einsiedeln nach Unteriberg zu kommen und die Stelle anzutreten.

«Gasthaus Unteriberg» Eine kurze Rast und eine willkommene Erfrischung gab es im Restaurant Alpenblick. Ein Alphornduo begrüsste die kleine Schar passend zum Thema Kultur und Dorfleben. Das Lokal hatte früher den Namen «Gasthaus Unteriberg» und neben der Gaststube war auch noch eine Bäckerei in dem Gebäude. Der spätere Wirt und Besitzer Erwin Fässler, Cousin von Kurt Fässler, war ein sehr guter Musikant in der Feldmusik Alpenrösli Unteriberg.

Der Kulturspaziergang war sehr kurzweilig und unterhaltsam. Altes und Neues wurden gemeinsam erzählt, vermischte sich und lebte in den Köpfen der Teilnehmenden wieder auf. Genau so stellt sich der Verein Kultur Ybrig seine Anlässe vor und wird sie auch in diesem Sinn weiterführen.

www.kulturybrig.ch

«Damals kosteten 50 Kilogramm Zement 80 Rappen.»

Kurt Fässler, Historiker

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