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«Der Rücktritt nach nur einem Jahr hat mich überrascht»

«Der Rücktritt nach nur einem  Jahr hat mich überrascht» «Der Rücktritt nach nur einem  Jahr hat mich überrascht»
Bezirksammann Franz Pirker reagiert zwar überrascht, aber auch gefasst auf den zweiten vorzeitigen Rücktritt in diesem Jahr. VICTOR KÄLIN

Bezirksammann Franz Pirker reagiert zwar überrascht, aber auch gefasst auf den zweiten vorzeitigen Rücktritt in diesem Jahr.

VICTOR KÄLIN

Sind Sie als Bezirksammann vom Rücktritt überrascht?

Ja. Obwohl mir die Belastung aus gemeinsamen Gesprächen bekannt war, überrascht der Rücktritt nach nur einem Jahr natürlich. Können Sie die angegebenen Rücktrittsgründe nachvollziehen? Genügen Ihrer Meinung nach solche Gründe für einen ziemlich sofortigen Rücktritt? Unter anderem führt Maurice Müller ja auch gesundheitliche Gründe an. Wenn man der Aufgabe des Amtes nicht mehr gewachsen ist, ist ein Rücktritt konsequent. Zuerst Christoph Bingisser, nun Maurice Müller: Sind das Zufälle oder Ausdruck einer zunehmenden Unvereinbarkeit von Bezirksrats-Mandat und Unternehmertum?

Diese Rücktritte erfolgten mit unterschiedlichen Begründungen. Den zeitlich kurzen Abstand dazwischen würde ich als Zufall bezeichnen. Die Voraussetzungen für die Vereinbarkeit von Beruf und politischen Mandaten ist in Einsiedeln geschaffen. Natürlich führen die hohe Belastung und Verantwortung zeitweilig zu Kompromissen.

Es ist wichtig, dass man sich im Voraus intensiv und ausführlich mit der Aufgabe auseinandersetzt. Das Bezirksrats-Mandat ist «in der Pflicht» hauptsächlich Fleiss und Arbeit und erst «in der Kür» Würde und Ehre. Die von Politik und Verwaltung verlangten Zeitgefässe müssen jederzeit und rechtzeitig zur Verfügung gestellt werden können. Besteht Ihrer Meinung nach irgendwo Handlungsbedarf, um die Attraktivität eines Bezirksrats- Mandates erhöhen zu können?

Wie gesagt sind die Voraussetzungen in Einsiedeln dafür geschaffen worden, um die notwendigen Zeitgefässe für das öffentliche Amt zur Verfügung stellen zu können. Die bezahlten Entschädigungen sind adäquat und rechtfertigen die Reduktion des regulären Arbeitspensums aus finanziellen Gründen.

Was verdient man als Bezirksrat?

Inklusive Spesen kommt ein Ratsmitglied auf ein Jahreseinkommen zwischen 40’000 und 45’000 Franken. Oder würde eine Erhöhung der Anzahl der Räte zu einer Entlastung führen? Vor der Reduktion zur Jahrtausendwende zählte der Bezirksrat schliesslich nicht weniger als 15 Mitglieder. Die Anzahl der Bezirksräte ist im Hinblick auf die öffentlichen Aufgaben des Bezirks und die richtige Verteilung der Aufgaben auf die Mitglieder des Bezirksrats gesehen die richtige. Die Unterstützung durch die Verwaltung ist gewährleistet. Machen Sie sich Sorgen um das (auch zukünftige) Funktionieren des Bezirksrates? Nein. Wichtig ist, dass sich die Kandidaten mit der Unterstützung der Parteien im Voraus über die Aufgabe und die Belastung im Klaren sind. Trotz unterschiedlicher politischer Herkunft funktioniert der Bezirksrat als Team kollegial. Ich bin davon überzeugt, dass wir diese Vakanz bis Ende Jahr auffangen können.

«Wenn man der Aufgabe des Amtes nicht mehr gewachsen ist, ist ein Rücktritt konsequent.»

Bezirksammann Franz Pirker.

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