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Grossprojekt zur Sicherstellung von Wasser auf drei Alpen

Grossprojekt zur Sicherstellung  von Wasser auf drei Alpen Grossprojekt zur Sicherstellung  von Wasser auf drei Alpen
Mit baulichen Massnahmen begegnet die Oberallmeind den öfter auftretenden Trockenperioden. FRANZ STEINEGGER Das Projekt war schon längere

Mit baulichen Massnahmen begegnet die Oberallmeind den öfter auftretenden Trockenperioden.

FRANZ STEINEGGER

Das Projekt war schon längere Zeit angedacht, doch dann zeigten die trockenen Sommer 2018 und 2019 dessen Dringlichkeit auf: Die Schüttmengen der Quellen im Dreigemeindeeck Schwyz, Illgau und Oberiberg gingen dramatisch zurück oder sie versiegten gänzlich. Es musste Wasser mit Transportern zugeführt werden.

Ende August konnte nun die Ausführung des Strukturverbesserungsprojektes in Angriff genommen werden, welches die Wasserversorgung der Alpen Äbnenmatt- Alt Staffel, Isentobel und Steinboden sicherstellt und das vorhandene Wasserpotenzial gezielt nutzt. Mit der Schaffung von Speichermöglichkeiten in Form von in den Boden verlegten Tanks können in Zukunft auch längere Trockenperioden überbrückt werden. Das Projekt wurde von Karl Betschart, Sachbearbeiter Alp der Oberallmeindkorporation Schwyz, ausgearbeitet. Oberallmeind und Illgau einigen sich über Wasserbezug Alle drei Alpeinheiten liegen im Grossgebiet Hesisbohl. Auf der Alp Isentobel werden jeden Sommer 20’000 Liter Milch zu Alpkäse verarbeitet. Oberhalb des Alpgebäudes befindet sich die Brunnenstube der Wasserversorgung Illgau, welche von fünf Quellen gespiesen wird. Neu wird die Käserei mit einer direkten Leitung an die Brunnenstube angeschlossen und mit dem bestmöglichen Wasser der Wandliquelle 1 versorgt. Auch das Alpgebäude Äbnenmatt erhält eine sichere Wasserversorgung.

Weiter werden im Gebiet zwischen Sternenegg und Laucheren neue Quellen gefasst oder bestehende saniert, neue Weidetränken eingerichtet und sämtliche mit Schwimmern ausgerüstet. Schliesslich wird ein Maschinenweg um 390 Meter verlängert.

Die Massnahmen kosten insgesamt 390’000 Franken, die beitragsberechtigten 357’500 Franken werden zu 73 Prozent von Bund, Kanton und Bezirk subventioniert.

Die Gemeinde Illgau nimmt die Gelegenheit wahr, einen Teil ihrer 50-jährigen Leitungen zu erneuern. Sie erhielt 1977 von der Oberallmeindkorporation das Recht, die fünf Quellen zu nutzen, welche die Brunnenstube oberhalb der Alpgebäude Isentobel speisen. Von dort läuft das Wasser im Freispiegel (allein durch Schwerkraft) zum Reservoir Sternenegg. Illgau überlässt, wie im Quellrechts- und Dienstbarkeitsvertrag von 1977 festgehalten, der Oberallmeind unentgeltlich das Wasser für land- und alpwirtschaftliche Bedürfnisse ab der Quelle Wandli 1.

Der Illgauer Brunnenmeister Oskar Betschart (links) und Oberbauleiter Peter Steinegger in der Brunnenstube, die von fünf Quellen gespiesen wird. Das wertvollste Wasser liefert die Quelle Wandli 1 (ganz hinten). Fotos: Franz Steinegger

Projektverfasser Karl Betschart (links), Oskar Betschart, Peter Steinegger und Vorarbeiter Paul Bellmont beim Brunnenschacht.

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